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Im Blog von Peter und Ursula Schäublin berichten wir von Aktualitäten rund um unser Grafikatelier 720 Grad, über Fotografie und Film, Kajaken und weitere Aktivitäten.

Unterwegs im Land, wo aus Fischen Bäume werden

Südostalaska. Pazifische Nordwestküste. Meer und Regenwald treffen aufeinander. Bären und Wölfe durchqueren das Land, Buckelwale und Seelöwen das Meer. Ein faszinierendes Ökosystem, dessen Dreh- und Angelpunkt der Lachs ist. Ein erstaunliches Wesen. Erblickt im Süsswasser das Licht der Welt. Schwimmt ins Meer und verbringt dort zwei bis drei Jahre. Kehrt dann genau an die Stelle zurück, wo er aus dem Ei schlüpfte, um seinerseits zu laichen. Und dann zu sterben. In Massen. Die Küstenstreifen Alaskas werden im Spätsommer zum Schauplatz des Dramas von Leben und Tod, bei dem Millionen von sterbenden Lachsen das neue Leben weitergeben. Bären, Wölfe, Adler, Raben, Möwen und Maden tun sich an den verendenden Lachsen und ihren Eiern gütlich und sorgen so für ihr eigenes Überleben in den bevorstehenden Wintermonaten. Die Bären und Wölfe suchen sich gerne ein ruhiges Plätzchen im Wald, um die besten Bissen ihrer Beute zu verzehren. Den Rest lassen sie halbgefressen liegen. Was wiederum ein gefundenes Fressen für die Maden ist. So verrotten viele Fischkadaver mitten im Wald und werden zu Dünger, der den faszinierenden Wald am Leben erhält. Fische werden zu Bäumen ...


Tod und Leben. Nach zwei bis drei Jahren im Meer kommen die Lachse zurück ins Süsswasser, um zu laichen ...
(Nikon D750, AF-S NIKKOR 400 mm 1:2,8E FL ED VR, 2x Extender, Stativ, 1/3200 sec, f 8.0, 2200 ISO)

... und dann zu sterben. Bären und Wölfe tragen die Fischkadaver in den Wald. Oft fressen sie nur einen Teil des Fisches und lassen den Rest liegen. Der Fisch wird zu Dünger für den Regenwald. Forscher haben in grossen Tannen in 30 Metern Höhe noch Fischspuren in den Nadeln nachweisen können
(Nikon D750, 24-70mm f/2.8G ED AF-S NIKKOR, 1/50 sec, f 2.8, 450 ISO)


Nie mehr oder immer wieder

Die Pazifische Nordwestküste und ich – das war Liebe auf den zweiten Blick. Strassen gibt es keine, und so bleiben nur Luft- und Seeweg, um das geheimnisvolle Land zu erkunden. Ich bin dort immer mit dem Kajak unterwegs und Wind und Wetter voll ausgesetzt. In einer kleinen Nussschale auf dem riesigen Ozean ist man sehr verletzlich. 

Als ich vor zehn Jahren zum ersten Mal meine Nase in den Wind und Regen streckte, dachte ich nicht, dass ich immer wieder zurückkehren würde. Denn wenn man nach drei Tagen Dauerregen auch in bester Regenkleidung bis auf die Haut nass ist, die Hände sich eher wie Schwimmhäute anfühlen und die Arme vom Paddeln weh tun, sehnt man sich mit jeder Faser seines Körpers nach einer warmen Dusche und einem trockenen Platz am Kaminfeuer. Doch dann taucht nur wenige Meter neben dem Kajak ein riesiger Buckelwal auf, bläst aus und zeigt seine mächtige Schwanzflosse, bevor er in die Tiefen des Meeres abtaucht. Diese intime Begegnung mit einem der grössten Lebewesen unseres Planeten lässt mich Zeit, Raum, Regen und Strapazen vergessen. Und irgendwann verzaubern dann Sonnenstrahlen das Meer in funkelnde Diamanten – und wir können uns und unsere Ausrüstung am Strand zum Trocknen auslegen ... 

Die Pazifik-Nordwestküste fordert alles, aber sie gibt auch alles. Wer hierher kommt, kehrt entweder nie mehr oder immer wieder zurück. Mich hat sie definitiv in ihren Bann gezogen.


Unsere diesjährige Expeditionscrew: Reinhold, meine Wenigkeit, Ursula und Regula. Das Bild hat ein netter Herr aus Pelican realisiert
(Nikon 1 AW1, Nikkor AW 11–27.5mm, 1/160 sec., f 3.5, 200 ISO)

Wer sich zwei Wochen abseits der Zivilisation bewegt, muss sorgfältig packen. Ursula, unsere Chefköchin, beim Zusammenstellen unserer Menus, die sie dann sorgfältig in wasserdichte Säcke packt
(Nikon D810, 14-24mm f/2.8G ED AF-S NIKKOR, 1/60 sec, f 2.8, 2800 ISO)


Fotografieren in herausfordernden Bedingungen

Angesichts der Schönheit der Natur erscheint es sehr profan, über Kameratechnik zu schreiben. Dennoch möchte ich einige Infos und Tipps für Interessierte weitergeben. Eine Kajakexpedition in Südostalaska ist für das Fotoequipment eine der härtesten Prüfungen: Regen von oben, Meerwasser von unten, kein Stauraum für stabile Pelicases – da ich in meinem Boot Lebensmittel für zwei bis drei Wochen, Schlafsack, Zelt, Ersatzwäsche, Kocher, Rettungsutensilien und noch so manches mehr transportieren muss, bleibt für das Kameraequipment nicht viel Packraum. Verlockend ist der Gedanke, einfach einen grossen, wasserdichten Koffer aufs Deck zu schnallen. Doch dadurch würde der Schwerpunkt des Kajaks zu stark nach oben verschoben, und ein sicheres Reisen auf dem manchmal tückischen Ozean wäre nicht mehr möglich. Lange habe ich mit verschiedenen Packlösungen experimentiert. Am besten bewährt hat es sich, jedes Ausrüstungsteil einzeln in gepolsterte, wasserdichte Beutel (Exped Crush Drybags) zu verpacken, die dann im Stauraum zwischen die grösseren Gepäckstücke geschoben werden. Sobald ich an Land bin, packe ich all diese Beutel in einen wasserdichten Rucksack und habe so mein Fotoequipment beisammen. Beim Paddeln habe ich immer eine kleine wasserdichte Kamera umhängen, um jederzeit ein Foto realisieren zu können. Manchmal hat man nur ein paar Sekunden, und dann ist der optimale Augenblick fürs Foto ist vorbei. Hier leistet mir die Nikon1 AW1 hervorragende Dienste. Sie ist hart im Nehmen und lässt sich, obwohl sie wasserfest ist, wie eine normale Kamera bedienen. Die Bildqualität ist meines Erachtens für diese Art von Kamera sehr gut.


It‘ raining again. Wer im Regenwald unterwegs ist, muss mit Regen rechnen. Viel Regen. Eine wasserdichte Kamera ist auf und neben dem Wasser von Vorteil. Dank der Nikon 1 AW1 bin ich auch auf dem Wasser und im Regen immer «schussbereit»
(Nikon 1 AW1, Nikkor AW 11–27.5mm, 1/500 sec., f 4.0, 160 ISO)

Verrückte Farben. Der Regen lässt alle Farben monochrom erscheinen. Nur unsere Kajaks und unsere Kleidung leuchten auf beinahe unnatürliche Weise
(Oberes Bild: Nikon 1 AW1, Nikkor AW 11–27.5mm, 1/500 sec., f 3.5, 160 ISO)
(Unteres Bild: Nikon 1 AW1, Nikkor AW 11–27.5mm, 1/1250 sec., f 4.5, 160 ISO)

Crazy from rain. Nach vier Tagen Regen sind wir alle ein bisschen crazy und haben völlig aufgeweichte Hànde. Nur die Schwimmhäute wollten einfach nicht wachsen ...
(Nikon 1 AW1, Nikkor AW 11–27.5mm, 1/250 sec., f 3.5, 450 ISO)

Rain over. Die ersten Sonnenstrahlen brechen durch und zaubern einen Regenbogen an den Himmel
(Nikon 1 AW1, Nikkor AW 11–27.5mm, 1/800 sec., f 5.6, 160 ISO)


Bilder voller Kraft und Poesie

Die Fotomotive auf einer solchen Reise sind vielfältig – Landschaft, Tiere, Pflanzen. Grosses. Ganz Kleines. Mein Basisset besteht aus zwei Kamerabodys, da in diesem extremen Klima die Gefahr gross ist, dass eine Kamera zwischendurch mal den Dienst quittiert. Ich nehme die Nikon D810 und die D750 mit. Bei den Objektiven fällt meine Wahl auf das 2.8/24–70, das 4–5.6/80–400 und das 2.8/105 Makro. Ein Stativ ist auch dabei. Das ist quasi meine Kernausrüstung. Etwas übermütig packe ich dann auch noch das 2.8/14–24 ein. Und da ich weiss, dass wir nach der Kajakexpedition noch einige Tage in Juneau und Umgebung fotografieren werden, kommt das 2.8/400 mit dem 1.4x und dem 2.0x Extender noch ins Handgepäck, das damit dann auch gleich voll ist ...


Ganz gross. Ein Wal taucht im letzten Abendlicht ab und lässt Silber von seiner Flosse ins Wasser fliessen
(Nikon D750, AF-S NIKKOR 80–400 mm 1:4,5–5,6 G ED VR, 1/4000 sec, f 7.1, 800 ISO)

Ganz klein. Ein filigranes Fadenkunstwerk der Natur an einem Ast
(Nikon D750, 105mm f/2.8G AF-S VR Micro NIKKOR, 1/125 sec, f 7.1, 4000 ISO)

Zeit haben. Ursula erkundet mit der D750 den Strand, um auch kleine und kleinste Schönheiten zu entdecken
(Nikon 1 AW1, Nikkor AW 11–27.5mm, 1/60 sec., f 16, 160 ISO)

Abstract Art I. Strukturen, Farben und Formen in der Gezeitenzone formen sich zu abstrakten Kunstwerken. Toll, dass das Makro-Objektiv einen Bildstabilisator hat
(Nikon D750, 105mm f/2.8G AF-S VR Micro NIKKOR, 1/250 sec, f 8.0, 280 ISO)

Beach Art. Inspiration für abstrakte Bilder. Die D750 liefert auch bei hohen ISO-Werten exzellente Ergebnisse
(Oberes Bild: Nikon D750, 105mm f/2.8G AF-S VR Micro NIKKOR, 1/100 sec, f 8.0, 1250 ISO)
(Unteres Bild: Nikon D750, 105mm f/2.8G AF-S VR Micro NIKKOR, 1/200 sec, f 8.0, 360 ISO)


Es geht los

Wir starten unsere Reise bei Pelican, einem kleinen Nest draussen in der wilden Insellandschaft ganz im Norden der Inside Passage. Der bewölkte Himmel und der Nebel tauchen die Landschaft in ein geheimnisvolles Licht. Die ganze Natur scheint monochrom zu sein, nur die Kajaks und unsere bunten Anzüge stechen in fast unnatürlicher Weise aus dem Grau hervor. Und dann beginnt es zu regnen. Und es regnet. Und regnet. Regnet.


Nass bis auf die Haut

Irgendwann ist auch die beste GoreTex-Jacke mit der Quantität des Wassers von oben überfordert. Langsam dringt die Feuchtigkeit durch die Kleiderschichten. Alles klebt. Wir müssen unser Zelt am Morgen nass zusammenpacken und am Abend im Regen wieder aufstellen. Akribisch achten wir darauf, dass unsere Schlafsäcke nicht nass werden. Denn die Schlummertüte ist quasi unser letzter Zufluchtsort, wo es warm und trocken ist. Wie froh sind wir, als nach vier Tagen Dauerregen die Fluten von oben irgendwann versiegen. Am Tag darauf zeigt sich sogar die Sonne, und wir geniessen es, bald wieder in trockene Kleider schlüpfen zu können. Im Meer, in der Gezeitenzone und im Wald wimmelt es von Leben. Wir nehmen uns Zeit für Spaziergänge und entdecken die Farben und Strukturen der Makro-Fantasywelt. Meine Frau Ursula verwöhnt uns jeden Tag mit grossartigen Menues, die wir mit selbst gefangenem Lachs und Beeren ergänzen.  


Neugier. Ihm ist die Nässe egal. Ein stellarscher Seelöwe beäugt mich neugierig. Die Schärfe und Auflösunge des 80–400er hat mich positiv überrascht. Für diesen grossen Zoombereich ist das Objektiv doch noch einigermassen kompakt
(Nikon D810, AF-S NIKKOR 80–400 mm 1:4,5–5,6 G ED VR, 1/500 sec, f 5.6, 320 ISO)

Bon appetit. Alle bedienen sich bei den Lachsen, die Seelöwen ...
(Nikon D750, AF-S NIKKOR 80–400 mm 1:4,5–5,6 G ED VR, 1/500 sec, f 5.6, 560 ISO)

... und auch wir. Ursula verarbeitet, was Reinhold und ich fangen ...
(Nikon D750, 24-70mm f/2.8G ED AF-S NIKKOR, 1/100 sec, f 6.3, 100 ISO)

... zum Beispiel zu Sushi, wie man es frischer gar nicht bekommen kann ...
(Nikon D750, 24-70mm f/2.8G ED AF-S NIKKOR, 1/160 sec, f 9.0, 400 ISO)

... kein Wunder ist die Stimmung in der Gruppe auf höchstem Level ;-)
(Nikon D750, 24-70mm f/2.8G ED AF-S NIKKOR, 1/160 sec, f 9.0, 180 ISO, Foto: Regula Scharnowski)


Sonne und Eis

Nur zu schnell sind die zwei Wochen in der Wildnis vorbei. In Hoonah, der Endstation unserer Kajakreise, besteigen wir die Fähre zurück nach Juneau, wo weitere Abenteuer auf uns warten. Lynn Schooler, ein Outdoorguide und Autor, hat uns eingeladen, einige Tage mit ihm zu verbringen. Während vielen Jahren hat er Fotografen und Filmcrews mit seinem Skiff in die Wildnis gefahren. Er kennt die Gegend wie seine Westentasche, hat ein umfangreiches Wissen über die spezifischen geografischen und klimatischen Eigenheiten dieses Gebiets, und er weiss genau, wo gute Fotomotive zu finden sind. Er rät uns, auf jeden Fall mit einem Wasserflugzeug über die Gletscherwelt im Hinterland von Juneau zu fliegen. Wir steigen hinauf in die Eiswelt. Die strahlende Sonne setzt sie ganz gross in Szene. Es entstehen Bilder mit leicht abstraktem Touch, die von der Dynamik der Eislinien und dem monochromen Blaugrau leben. Wieder bewähren sich die beiden Zooms – das 24–70er für Übersichtsaufnahmen, das 80–400er für eng gefasste Ausschnitte.


Abstract Art II. Ein Ausschnit aus einem der grossen Gletscher, die gleich hinter Alaskas Hauptstadt Juneau zu finden sind. Die Aufnahme entstand aus dem Flugzeug
(Nikon D750, AF-S NIKKOR 80–400 mm 1:4,5–5,6 G ED VR, 1/1200 sec, f 8, 360 ISO)

Monochrom I. Eine weitere Aufnahme aus dem Flugzeug, diesmal nachträglich in Photoshop in ein schwarzweiss Bild umgewandelt
(Nikon D750, 24-70mm f/2.8G ED AF-S NIKKOR, 1/2000 sec, f 7.1, 450 ISO)

Monochrom II. Der Rücken eines Buckelwals glänzt im letzten Abendlicht. Der Kontrast war extrem hoch, und ich habe auf das helle Wasser belichtet, um dem Bild einen grafischen Look zu geben. Der Wald im Hintergrund wird dadurch schwarz, und ich belasse ihn bewusst ohne Struktur. Die modernen Sensoren liefern ja bis zu 12 Blendenstufen Tonwertumfang; dadurch könnte man die Zeichnung im Wald noch sichtbar machen, wenn man wollte. Durch das knappe Licht werden die Farben so monochrom, dass das Bild auch ohne schwarzweiss Umwandlung wie ein schwarzweiss Bild wirkt
(Nikon D750, AF-S NIKKOR 80–400 mm 1:4,5–5,6 G ED VR, 1/4000 sec, f 7.1, 640 ISO)



Nur eine tausendstel Sekunde

Dann zeigt uns Lynn einen Platz, an dem sich Leben und Tod auf schaurig schöne Art vereinen – ein Flussabschnitt, in dem Hunderte von Lachse laichen. Das ganze Ufer ist übersät von Lachskadavern, die die Bären aus dem Fluss geschleppt haben. Halb gefressen liegen sie da. Allen haben die Vögel bereits die Augen ausgepickt, und so starren uns leere Augenhöhlen an. Tod. Doch für die Bonaparte-Möwen ist dieses grosse Sterben eine riesige Party. Sie tauchen nach den Eiern und verschlingen gierig den rosafarbenen Kaviar. Lynn fordert mich heraus: «Wenn eine Möwe nach einem Lachsei taucht und dann mit dem Kopf aus dem Wasser kommt, ist der Rogen für einen kurzen Moment – vielleicht nur für eine tausendstel Sekunde – sichtbar. Danach schluckt sie ihn runter. Mit deiner Nikon sollte es dir eigentlich gelingen, diesen kurzen Moment festzuhalten.» Ich stelle mich der Herausforderung, montiere das 2.8/400 mit dem 2x Extender aufs Stativ. Weil ich mit kurzen Verschlusszeiten arbeite, bin ich sehr froh, in der D750 eine Kamera zu haben, die auch in höheren ISO-Bereichen hervorragende Bildresultate liefert. Sie löst wohl «nur» mit 5.5 Bildern pro Sekunde aus, aber eigentlich sollte das reichen. Bald muss ich feststellen, dass der Vorgang des Eiverschluckens so schnell geht, dass ich ihn mit meinem Auge gar nicht sehe. So fokussiere ich einfach auf Möwengruppen, in denen so richtig die Post abgeht und realisiere möglichst viele Bilder. Zu meiner grossen Freude stelle ich beim Durchsehen der Aufnahmen fest, dass auf etlichen Fotos das Lachsei im Möwenschnabel sichtbar ist. Ein Bild zeigt sogar eine Möwe im Startflug – sie ist bereits in der Luft, der Schnabel ist geöffnet, und darin schwebt scheinbar schwerelos ein Lachsei. Ohne die moderne Kameratechnologie von heute wären solche Bilder nahezu unmöglich.


Festessen. Kleine Kaviarhäppchen für die Bonaparte-Möwen. Ich muss die Verschlusszeit extrem kurz wählen, um die schnellen Bewegungen der Vögel einzufrieren. Das Stativ brauche ich, weil das 400er 2.8 trotz «Leichtbauweise» 3,6 Kilogramm auf die Waage bringt. Zusammen mit dem Kamergehäuse und dem Extender kommen dann halt doch beinahe 5 Kilo zusammen
(Nikon D750, AF-S NIKKOR 400 mm 1:2,8E FL ED VR, 2x Extender, Stativ, 1/4000 sec, f 6.3, 1400 ISO)

Zwei weitere Aufnahmen aus dieser Serie. Besonders die untere Aufnahme ist ein «lucky shot»: Die schwebende Möwe mit dem schwebenden Fischei im Schnabel
(Oberes Bild: Nikon D750, AF-S NIKKOR 400 mm 1:2,8E FL ED VR, 2x Extender, Stativ, 1/4000 sec, f 7.1, 1400 ISO, Ausschnitt)
(Unteres Bild: Nikon D750, AF-S NIKKOR 400 mm 1:2,8E FL ED VR, 2x Extender, Stativ, 1/3200 sec, f 8.0, 2000 ISO)

Leben und Tod am gleichen Ort. Während die Möwen Party feiern, sterben und verwesen die Fische
(Oberes Bild: Nikon D750, 105mm f/2.8G AF-S VR Micro NIKKOR, 1/100 sec, f 13.0, 400 ISO)
(Unteres Bild: Nikon D750, 105mm f/2.8G AF-S VR Micro NIKKOR, 1/100 sec, f 13.0, 250 ISO, schwarzweiss Umwandlung mit Effekt in On1)


Die Resultate überzeugen

Nach unserer Rückkehr in die Schweiz kann ich die Bilder endlich auf dem grossen Monitor betrachten. Ich bin von der Ergebnissen sehr angetan. Die Kameras und die Objektive liefern akkurate Resultate. Ich war mir lange nicht sicher, ob ich das 80–400er Zoom kaufen soll, doch die Bildqualität ist trotz des grossen Zoombereichs exzellent. Wichtig ist immer, dass man seine Rohdaten im Bildbearbeitungsprogramm – in der Regel ist das Photoshop – beim ersten Öffnen sauber aufbereitet. Meist muss dem Raw-File noch etwas Kontrast und Sättigung zugegeben werden, und ein leichtes Nachschärfen ist ebenfalls nötig. Nur wer hier auch noch die letzte Meile im Bildaufbereitungsprozess geht, bekommt bestmögliche Resultate. Retuschen bringe ich keine an, Helligkeit, Kontrast und Farbe stelle ich so ein, dass sie meiner Erinnerung am nächsten kommen.

Oh – fast hätte ich‘s vergessen: Die Bären haben sich dieses Mal sehr rar gemacht. Bis auf eine ganz kurze Begegnung mit Meister Petz – bei der ich leider kein ästhetisch ansprechendes Foto realisieren konnte – haben wir drei völlig bärenlose Wochen verbracht. Die Natur lässt sich eben nicht kontrollieren. Zum Glück. Und das Gute daran ist, dass wir jetzt einen Grund haben, nochmals ins Regenwald-Paradies zu reisen, in der Hoffnung, dass sich dann der eine oder andere Grizzly oder Schwarzbär fotografieren lässt. Und wer weiss – vielleicht gibt‘s bis dann eine Nikon DSLR, die in 4K filmen kann, so dass wir nebst den Fotos auch einige hochaufgelöste Filmaufnahmen mit nach Hause bringen können.


Meister Petz hat sich dieses Mal rar gemacht. Mein einziges Bild von einem Schwarzbären, das mich aber von der Bildkomposition her nicht gerade wahnsinnig überzeugt ;-). Aber es hat einen dokumentarischen Wert, und das ist ja auch eines der Ziele der Fotografie
(Nikon D750, AF-S NIKKOR 80–400 mm 1:4,5–5,6 G ED VR, 1/500 sec, f 5.6, 220 ISO)



Mehr Bilder und Special Thanks

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Ein riesiges Dankeschön an unsere Freunde Lynn Schooler und Debbie Douglass. Ohne sie wäre unser Abenteuer in dieser Form nicht möglich gewesen.

 

Peter Schäublin
© Text und Bilder, wo nicht anders vermerkt, by Peter und Ursula Schäublin

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