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Im Blog von Peter und Ursula Schäublin berichten wir von Aktualitäten rund um unser Grafikatelier 720 Grad, über Fotografie und Film, Kajaken und weitere Aktivitäten.

Farbe oder Schwarzweiss?

Schon zu Analogzeiten gab es immer wieder die Diskusstion: Soll man ein Motiv in Farbe oder Schwarzweiss aufnehmen? Dieser Diskussionspunkt ist ja unterdessen obsolet, denn die Digitaltechnologie ermöglicht uns, aus einem RAW-File sowohl ein Farb- als auch ein Schwarzweissbild zu erzeugen. In der Schwarzweiss-Version hat man mehr Möglichkeiten, die Strukturen und Kontraste herauszuarbeiten. Nach der Berbeitung habe ich eine tolle Farb- und eine ebenso schöne Schwarzweissversion, und ich sitze vor dem Screen und kann mich nicht entscheiden.

Bei den Islandmotiven, die im Januar entstanden sind, hat es ganz viele Motive, die sowohl in Farbe als auch in Schwarzweiss richtig toll aussehen. Und damit Du auch ein wenig am Dilemma teilhaben kannst, habe ich eine Bildauswahl mit Slidern versehen, so dass Du hin- und herswitchen kannst.

Für die Fotofreaks noch ein paar Zusatzinfos: In Adobe Lightoom kann man in der Schwarzweiss-Bearbeitung über die Farbregler Teile des Farbspektrums abdunkeln oder aufhellen. In der Analogfotografie hat man das mit starken Farbiltern gemacht, die jeweils die Eigenfarbe heller und die Komplementärfarbe dunkler dargestellt haben. So hat ein Orange- oder Rotfilter die Orange- resp. Rottöne heller dargestellt (z.B. ein Hautton) und Blautöne dunkler (z.B. ein blauer Himmel). Diesen Effekt kann man in der Software ebenfalls erzeugen, und so können gerade Himmelsstimmungen in Schwarzweiss wesentlich dramatischer gezeigt werden als in Farbe. Ein weiterer sehr interessanter Effekt in Schwarzweiss kann in Lightroom mit dem Regler «Klarheit» erzeugt werden. Er simuliert die Papiergradation und macht das Bild härter oder weicher – wobei weicher in fast allen Fällen keine wirkliche Option ist.

Alle Bilder sind mit der Leica SL und den drei hervorragenden SL-Zoomobjektiven 16–35 / 24–90 und 90–280 entstanden.















Es ist, und das sei zum Schluss bemerkt, natürlich auch noch sehr entscheidend, in welchem Umfeld ein Bild gezeigt wird. In einem sehr farbigen Umfeld kann ein Schwarzweiss-Print unter Umständen mehr Kraft entfalten, weil gerade die Monochromität einen grösseren Unterschied zum Rest des Raumes macht. In einem sehr schlicht eingerichteten Büro dagegen, in dem Grau-, Schwarz-, Weiss- und Silbertöne dominieren, kann ein Farbbild oft mehr Kraft entwickeln. Digitaltechnologie sei Dank – wir haben immer beide Möglichkeiten.