Fotografieren hält jung
Ich wusste es schon lange, aber jetzt ist es auch wissenschaftlich bewiesen: Wer regelmässig zur Kamera greift, könnte seinem biologischen Alter ein Schnippchen schlagen. Das beweist eine aktuelle britische Studie, die den Zusammenhang zwischen künstlerisch-kultureller Aktivität und gesundem Altern erstmals auf molekularer Ebene untersucht hat. Das Resultat der Studie: Menschen, die mindestens einmal pro Woche fotografieren, musizieren oder Museen besuchen, altern biologisch rund vier Prozent langsamer als Menschen, die sich selten auf kreative Abenteuer einlassen. Wer hätte gedacht, dass das Fotografieren nicht nur Motive, sondern auch Lebensjahre einfängt?
Die Kamera als Grund für ein längeres Leben
Bei der Studie, die auf Daten von 3556 Erwachsenen basiert, handelt es sich nicht um eine gross angelegte Beobachtung über mehrere Jahre. Im Fokus steht die sogenannte DunedinPACE-Uhr, ein epigenetischer Marker, der das biologische Alter misst. Die Ergebnisse sind eindeutig: Wer regelmässig künstlerisch oder kulturell aktiv ist – und dazu gehört auch das Fotografieren – verlangsamt nachweislich den Alterungsprozess auf Zellebene. Die Effekte sind unabhängig von Faktoren wie Bildung, Einkommen oder Lebensstil.
Fotografie ist Lebenskunst
Fotografie ist in dieser Studie nicht nur ein Hobby unter vielen, sondern ein Paradebeispiel für kreative Selbstwirksamkeit. Denn wer fotografiert, schärft den Blick für Details, trainiert die Wahrnehmung und bleibt neugierig auf die Welt. Das ist ein aktiver Beitrag zur eigenen Lebensqualität. Die Kamera wird zum Instrument, mit dem sich Erinnerungen festhalten und neue Perspektiven entdecken lassen. In einer Zeit, in der das Altern oft als Defizit inszeniert wird, bietet die Fotografie die Möglichkeit, das eigene Bild vom Älterwerden selbst zu gestalten.
Motivsuche und soziale Komponente
Die Studie zeigt zudem: Wer sich regelmässig mit anderen austauscht, gemeinsam auf Motivsuche geht oder sich in künstlerischen Projekten engagiert, profitiert doppelt. Die soziale Komponente verstärkt den positiven Effekt auf das biologische Alter. Fotografie wird zum Medium, das nicht nur individuelle Kreativität fördert, sondern auch Zugehörigkeit und Austausch ermöglicht. Die Kamera verbindet – und das nicht nur auf Instagram.
Fotografieren ist mehr als ein Hobby
Die Ergebnisse der Studie zeigen: Es gibt keine Ausrede, die Kamera im Schrank zu lassen. Wer regelmässig fotografiert, tut nicht nur etwas für sein Portfolio, sondern auch für sein Wohlbefinden und seine biologische Uhr. Vielleicht ist das eigentliche Geheimnis des gesunden Alterns nicht das perfekte Bild, sondern der neugierige Blick, mit dem wir die Welt betrachten und uns selbst vielleicht dabei immer wieder neu entdecken.
(basierend auf einem Artikel von Christoph Künne, auf Docma)