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Vorfreude auf die Premiere

Unsere lokale Zeitung berichtet im Vorfeld der Premiere unseres Films «Roots to Fly» über den indigenen Künstler Trevor Angus am 28. November in Thayngen. Jetzt lesen und anmelden!

Die Zeitung in unserer Region berichtet heute über die Filmpremiere von Roots to Fly am 28. November:

(Klicke auf das Bild des Zeitungsberichts, um den Artikel als PDF zu lesen/herunterzuladen)


 

Wichtig:

Der Eintritt zum Film ist frei, doch weil die Anzahl der Plätze beschränkt ist, bitten wir um Anmeldung.


Hier klicken für den Trailer und das Anmeldeformular.

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Fotoreise nach Vancouver Island im Spätsommer 2027

Eine Fotoreise mit Freunden im Sommer 2027 nach Vancouver Island - klein und exklusiv. Etwas für Dich?

Nach den positiven Rückmeldungen auf unsere Fotoreise nach Island, die wir diesen Sommer angeboten haben, planen wir zusammen mit unseren Freunden Dani und Karin Bürgi, Gründer von Himalayan Life, eine Fotoreise auf und um Vancouver Island:

Ziel der Reise

  • Staunen über die Natur und die Tierwelt an der Pazifiknordwestküste und tolle Fotos davon machen

  • Fotografische Skills in verschiedenen Bereichen weiterentwickeln: Natur, Makro, Tiere, Reportage

  • Bildbearbeitung vor Ort, so wie es die Zeit erlaubt

  • Fakultativ: lernen, Fotos mit einer Drohne zu realisieren

Dauer

14 Tage resp. 15 Tage mit Berücksichtigung der Zeitverschiebung (13 Nächte in Kanada)
Hinflug: Samstag, 28. August 2027
Rückflug: Freitag, 10. September 2027 (Ankunft in Zürich am Samstag, 11. September 2027)

Der September ist von den Bedingungen her ein sehr spannender Monat. Die Bäume fangen an, sich zu verfärben (Indian Summer), die Lachse kommen zum Laichen zurück und damit ist die Chance auf Begegnungen mit Bären grösser als im Sommer.


Format

Wir haben unsere Basis in der Burgi Adventure Lodge auf Vancouver Island, werden aber zwei- oder sogar dreimal Trips mit externer Übernachtung unternehmen. Dabei werden wir ein- oder zweimal in Zelten übernachten und zwei Nächte in einer befreundeten Lodge.

Wunderschön gelegen: die Burgi Adventure Lodge

Gemütliches Zusammensitzen am Abend in der Burgi Adventure Lodge, Diskutieren des Erlebten, Fotos bearbeiten (auf Wunsch und nur, wer will)

Weitere Impressionen von der Lodge

Gruppengrösse

Minimum 6, Maximum 8 Personen. Wir wollen die Gruppe bewusst klein halten, damit alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer optimal profitieren und wir flexibel sind.


Kameraequipment

Wichtig ist, dass Du eine Kamera mitnimmst, bei der Du die Automatik ausschalten kannst. Vom Objektivspektrum her brauchen wir auf jeden Fall Weitwinkelobjektive für die Landschaftsfotografie und ein Makroobjektiv für Detailaufnahmen im Wald und in der Gezeitenzone. Ein langbrennweitiges Objektiv (300 bis 500 mm) ist für all diejenigen notwendig, die Tiere gross im Bild haben möchten. Von grossem Vorteil ist ein Stativ. Zudem solltest Du die Möglichkeit haben, Deine Fotoausrüstung für Transportfahrten von A nach B auf dem Boot wasserdicht einzupacken.

Wenn immer möglich werde ich vor Ort zeigen, wie Du die Bilder über Adobe Lightroom bearbeiten kannst. Dafür brauchst Du einen Laptop mit diesem Programm. Es steht Dir aber selbstverständlich frei, keine Bilder während der Reise zu bearbeiten und/oder eine andere Bildbearbeitungs-Software einzusetzen.

Wir haben angedacht, im Frühling 2027 vorab ein Treffen mit allen Teilnehmenden zu organisieren, um Fragen rund um die Reise und das Fotoequipment zu besprechen.

Ein Buckelwal im Sprung – der Traum von vielen Fotografinnen und Fotografen. Es braucht Glück und perfektes Timing, um das zu sehen. Wir werden auf jeden Fall eine Chance auf Walbegegnungen haben. Weitere Bilder, die Dich inspirieren können, findest Du am Schluss dieser Seite.

Übernachtungen

Wie oben beschrieben ist die Burgi Adventure Lodge unser «Basislager», wo wir Einer-, Zweier- und ein Viererzimmer zur Verfügung haben. Zwei Nächte verbringen wir in einer externen Lodge, in der voraussichtlich Zweierzimmer zur Verfügung stehen. In den drei bis vier Nächten im Zelt schlafen wir praktischerhalber jeweils zu zweit im Zelt. Die Zelte stellen wir zur Verfügung, den Schlafsack bringst Du mit.


Food

Unsere Gastgeber kochen für uns. Wir werden zudem versuchen, einmal mit einem Koch zusammen essbare Pflanzen rund um die Lodge herum zu suchen, eventuell auch zu fischen (falls möglich und von Interesse) und dann zusammen ein Essen zuzubereiten.


Kostenrahmen

Einzelzimmer (2 Einzelzimmer stehen zur Verfügung): CHF 8500 pro Person
Zweierzimmer (2 Zweierzimmer stehen zur Verfügung): CHF 7900 pro Person
Viererzimmer (1 Viererzimmer steht zur Verfügung): CHF 7400 pro Person
inklusive: ein Vorbereitungsnachmittag im Frühling bei uns, um die Reise und die fotografischen Ziele vorzubesprechen, alle Mahlzeiten, drei Tage mit einem Boot auf dem Meer für Wal-/Seelöwenfotografie, ein zwei- bis dreitägiger Trip mit Kanus auf den Flüssen/Seen von Vancouver Island, Transfer von Vancouver in die Lodge mit einer kleinen Linienmaschine (Hinweg) und einem Wasserflugzeug (Rückweg)
exklusive: internationaler Flug Zürich - Vancouver und wieder zurück (Direktflug ab Zürich nach Vancouver mit Edelweiss Air, Kosten Economy ca. CHF 1000), Reiseversicherung


Physische Kondition

Wir werden keine anstrengenden Touren unternehmen, von daher reicht eine durchschnittliche Kondition. Wichtig ist, dass Du Dich mental auf die Reise einlässt und Du Dir zutraust, in einem breiten Kanu kürzere Strecken zu paddeln. Wenn Du – wie ich – dazu neigst, seekrank zu werden, dann bring entsprechende Medikamente mit. Sehr bewährt hat sich für mich Scopoderm, ein mittelstarkes Mittel, das Du in Form eines Pflasters hinters Ohr kleben und dann einen ganzen Tag lang auf dem Wasser sein kannst, ohne dass Du Fische füttern musst ;-). Für Scopoderm brauchst Du ein Rezept, das Dir Dein Hausarzt ausstellen kann.


Anmeldung

Mit dem untenstehenden Formular kannst Du Dich für die Fotoreise anmelden. Warte mit dem Buchen des internationalen Fluges, bis wir wissen, ob die Reise durchgeführt werden kann!

Ich/wir melde/n mich/uns verbindlich für die Fotoreise 2027 auf Vancouver Island an:

 

Wir sehen diese Reise nicht als ein normales kommerzielles Angebot, sondern als eine Reise mit Freunden.

Wenn wir die Reise durchführen, müssen wir Ende Oktober anfangen mit den Buchungen. Kanada ist hoch im Kurs, und deshalb muss früh gebucht werden.

Wenn Du an dieser Reise teilnehmen möchtest, dann melde Dich bis am 30. Oktober bei uns – entweder telefonisch (052 640 00 99) oder per E-Mail oder mit dem Kontaktformular am Schluss dieser Seite.

Wenn sich mindestens sechs Personen melden, die verbindlich dabei sein möchten, werden wir die Reise durchführen.

 

Die Bilder stammen von unseren Reisen an der Pazifik-Nordwestküste. Es gibt in der Natur keine Garantie, dass man gewisse Tiere wie z.B. Bären, Wale, Seehunde, Adler usw. sieht. Alles und nichts kann passieren. Wir nehmen dankbar das, was wir zu sehen bekommen.

 

Die Pazifik-Nordwestküste ist ein Ort mit einer der höchsten Biodiversitäten auf unserem Planeten. Es kann aber manchmal heftig und auch länger regnen. Doch gerade bei sogenanntem «schlechtem» Wetter gelingen manchmal sehr spannende Bilder. Man muss sich mental auf herausfordernde Wettersituationen einstellen. Wie sagt die Outdoorindustrie so schön? Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung ;-)

Bildgalerie

Nachfolgend eine bunte und vielfältige Auswahl von Bildern unserer Reisen. Es gibt wie erwähnt keine Garantie für Tierbegegnungen, aber wir werden auf jeden Fall miteinander aufs Wasser gehen, um vor allem Wale zu finden. Und mit etwas Glück werden wir auch Bären sehen, die in der Gezeitenzone nach Nahrung suchen.


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Dieses Jahr gibt es demokratische Weihnachten!

Demokratisch, wie wir sind, fragen wir unsere Kunden, welches Weihnachtsgeschenk sie dieses Jahr bevorzugen würden …

 

In den letzten zwei Jahren haben unsere Kunden leckere, selbstgebackene Plätzchen als Weihnachtsgeschenk erhalten. Nun möchten wir von Euch wissen, ob Ihr dieses Jahr lieber Plätzchen oder ein Set mit vier A5-Karten mit je einem Bild aus unseren Fotoschätzen haben möchtet.


Je nach Mehrheitsentscheid werden dann alle Kunden Plätzchen oder Fotokarten erhalten.

Vote bis am 22. Oktober mit dem unten angehängten Formular – herzlichen Dank für Dein Feedback.


Mein Feedback zur Umfrage

Ich würde als Weihnachtgeschenk bevorzugen:

 

Je nach Mehrheitsentscheid werden dann alle Kunden Plätzchen oder Fotokarten erhalten. Danke Dir jetzt schon fürs Voten.


 
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Roots to Fly – herzliche Einladung zur Filmpremiere am Samstag, 28. November

Premiere unseres Films «Roots to Fly» über den indigenen Künstler Trevor Angus am 28. November in Thayngen. Jetzt anmelden!

 

Trailer

Ursula und ich haben den indigenen Künstler Trevor Angus und seine Frau Yvonne drei Wochen mit der Kamera begleitet. Daraus ist ein Film entstanden: Roots to Fly (Wurzeln um zu fliegen) wird am Samstag, 28. November im Kulturzentrum Sternen in Thayngen uraufgeführt.

Datum
Samstag, 28. November, 16.00h erste Vorführung und 19.00h zweite Vorführung

Ort
Kulturzentrum Sternen, Kirchplatz 11, Thayngen

Programm
Begrüssung
Die Pazifik-Nordwestküste – ein faszinierender Ort: Bilder und Infos von Peter und Ursula Schäublin
Filmpremiere «Roots to Fly»
Zeit für Fragen
kleiner Apéro

Eintritt
Eintritt frei, freiwilliger Unkostenbeitrag

Anmeldung
Die Platzzahl ist begrenzt, deshalb bitten wir um Anmeldung:

Ich/wir sind am 28. November an der Filmpremiere von «Roots to Fly» dabei:

 
 

 
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Aus einem Foto wird ein meisterhaftes Gemälde

Inspiriert von einem meiner Lieblingsfotos hat Alec ein Gemälde geschaffen …

 

Es ist jedes Mal eine besondere Ehre, wenn ein Maler ein Foto von mir als Vorlage für ein Gemälde nimmt. Alec hat eines meiner Lieblingsfotos als Grundlage für ein Werk genommen. Die Fotografie zeigt eine indische Witwe, deren Ausstrahlung mich sehr berührt:

Die Würde dieser indischen Witwe berührt mich immer wieder aufs Neue. Eine Frau, die kein einfaches Leben hatte mit einer solchen Ausstrahlung – das macht mich sprachlos.

Fotografiert habe ich das Bild auf einer Indienreise mit Ram und Charlotte Bhalla. Es sind weitere Fotos entstanden, die meines Erachtens immer noch aktuell und zeitlos sind – vielleicht auch, weil ich die Bilder in Schwarzweiss aufbereitet habe. Hier ein paar weitere Schwarzweiss-Bilder aus Indien:

Alecs Kunstwerk

Alec hat die Ausstrahlung dieser Frau auch sofort tief berührt. Hier kommt seine Interpretation des Bildes:

 

Die Kunstwerke können erworben werden

Sowohl Alecs Gemälde als auch mein Bild kann man erwerben. Bei Interesse am Gemälde oder am Foto kannst Du Dich an mich wenden.

Mehr über Alec erfährst Du auf seiner Homepage und auf seinem Instagram-Account.


 
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Island-Fotoreise 2026

Nach den Bildern von unserer letzten Islandreise haben ein paar Personen gefragt, ob wir sie mal auf die Insel des Feuers und Eises mitnehmen würden. Und so sind wir dieses Jahr mit einer Gruppe von sieben Freunden losgezogen …

 

Am Flughafen Zürich mit viel Gepäck

Nach den Bildern, die wir letztes Jahr in Island realisierten, haben Freunde nachgefragt, ob wir sie mal nach Island “mitnehmen" würden. Nach einigem Nachdenken haben wir uns entschlossen, eine Reise zusammenzustellen, die zu einigen der Highlights dieser besonderen Insel führt. Das war in der Vorbereitung nicht ganz einfach, denn es braucht dafür geeignete Fahrzeuge, und die Auswahl der Unterkünfte im Landesinneren ist klein. Doch die Planung geht auf, und am 16. Juli fliegen Ursula und ich nach Reykjavik, um alles für die Gruppe vorzubereiten, die zwei Tage später in Keflavik landet.


Es geht los

Mit vier grossen Gepäckstücken checken wir in Zürich ein. Wir haben trotz Hitzewelle in der Schweiz die Winterbekleidung eingepackt, denn im Hochland kann die Temperatur selbst im Juli mal bis zur Nullgradgrenze fallen. Zudem nimmt Ursula viel Kochgeschirr mit – dann weiss sie, was sie dabei hat …


Unterwegs mit zwei Land Rover Defender

Im Hochland gibt es nur Naturstrassen und teilweise keine Brücken. Deshalb muss man mit geeigneten Fahrzeugen unterwegs sein. Als alte «Landy-Hasen» haben wir uns entschieden, zwei Land Rover Defender zu mieten. Wir kennen dieses Fahrzeug mit seinen Stärken und Grenzen. Hier eine kleine Zeitlupenstudie von einem unserer Defender bei einer Wasserdurchfahrt:

 

Eine tolle Gruppe

Wir sind kein Reiseveranstalter. Das hat den Vorteil, dass wir alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer persönlich kennen. Trotzdem ist es eine Herausforderung, 15 Tage so eng miteinander unterwegs zu sein. Jede Person bringt sich mit ihren Stärken ins Team ein, und so wird diese Reise für alle zu einem – im positiven Sinn – unvergesslichen Erlebnis.

Unsere Gruppe nach 15 Tagen gemeinsamer Reise

 

Fotooooh

Der Fokus liegt auf dem Fotografieren. Jeden Tag sind wir mit den Kameras unterwegs. Ich gebe den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Tipps, um sie in ihren fotografischen Skills weiterzubringen. Von Tag zu Tag werden die Leute im Umgang mit ihrer Kamera sicherer, und bereits nach kurzer Zeit verlassen alle die Automatik-Funktion ihrer Kamera, um mit den Einstellparametern ihr Bild ganz bewusst zu gestalten. Die Einfachheit des bewussten Fotografierens zieht alle in ihren Bann …

So hat jede und jeder eigene Bilder in ihrer/seiner persönlichen Bildsprache realisiert. Hier ein paar Favoritenbilder, die ich gemacht habe:

Die wahren Reisehelden

Meine persönlichen «Reise-Heroes» sind die Fahrradfahrer. Bei Wind und Wetter auf Schotterpisten unterwegs, barfuss durch Flüsse, bei Eiseskälte das Zelt aufstellen – da muss man schon sehr angefressen und auch ein wenig verrückt sein. Aber alle Fahrradfahrer, die wir treffen, strahlen viel Freude aus – und sie haben auch nichts dagegen, wenn wir ein paar Fotos von Ihnen machen …

Andere Zweiradfahrer sehen wir auch – nicht minder spektakulär unterwegs, aber nicht ganz so «basic» wie die Fahrradfahrer …

In anderen Formaten denken

Der Sensor gibt uns in der Regel ein Seitenverhältnis von 3:2 vor, in seltenen Fällen 4:3. Ich ermutige die Gruppe, sich von diesem Format zu lösen und in anderen Formaten zu denken. Hier in Island bietet sich vor allem das Panoramaformat an, das man mit einem Weitwinkelobjektiv und Beschneiden oder mit einem Stitch realisieren kann. Beim Stitchen fotografiert man die Landschaft in Abschnitten – vorzugsweise im Hochformat – und setzt diese Bilder dann in einer Software wie beispielsweise Adobe Lightroom zu einem Panorama zusammen. So erhält man ein querformatiges Bild in sehr hoher Auflösung. Hier einige Beispiele aus meiner Kamera:

Mit einem feinen Essen im Apotek-Restaurant beschliessen wir die Zeit auf der Insel des Feuer und Eises. Nach zwei Wochen ist es ganz ungewohnt, wieder in den Alltag zurückzukehren. Alle sind sich einig: Die Reise war ein Hit, und Island ist immer eine Reise wert. Zum Schluss noch ein paar Impressionen unseres Fotografier- und Lagerlebens:

Die eigentliche Heldin unserer Reise ist meine Frau Ursula. Sie kocht für alle, kauft unterwegs ein und steuert ganz nebenbei noch einen der beiden Landys. Ohne sie wäre diese Reise nicht möglich gewesen.

Hjartans þakkir, kæra Úrsula.

 

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Ein besonderes Bild von Airbrush-Künstler Dani Bürgin

Wenn ein Airbrush-Künstler ein Foto von mir brusht – und zwar ein ganz besonderes Foto …

 

Seit sieben Jahren gestalten wir wir für das SAH Schaffhausen das Jahresmagazin, das die Arbeit vom SAH abbildet und zugleich auch Jahresbericht ist. Im vorletzten Magazin haben Elisa Frey vom SAH und ich den Boxclub Schaffhausen besucht, wo zehn Schüler des SAH trainieren. Aus diesem Besuch entstand eine Reportage, die dann im Jahresmagazin publiziert worden ist. Hier die sechs Seiten aus dem Magazin als Screenshots. Du kannst den Artikel auch als PDF downloaden:

Der Sport als Lebensschule

Es hat mich damals sehr berührt, wie die jungen Männer, die als Flüchtlinge in die Schweiz kamen, in Trainer René Schäppi eine Vaterfigur fanden. René hat die Jungs einfach so genommen, wie sie sind und vermittelt ihnen im Training die Werte, die den Sport so wertvoll machen und im Leben wichtig sind, wie beispielsweise Durchhaltevermögen, Respekt, korrektes Verhalten dem Gegner gegenüber, Disziplin. Das Startbild der Reportage zeigt Naseeb Rahman. Er war der erste aus den SAH-Klassen, der mit dem Training anfing, und er hat dann andere Jungs angesteckt.


Ein besonderes Coverbild

Für das Coverbild der Reportage hatte ich eine ziemlich genaue Vorstellung: Ich wollte Naseeb beim Training am Boxsack von hinten anleuchten, damit man seine Schweisstropfen wegfliegen sieht. Erreicht habe ich das, indem ich hinter Naseeb einen schwarzen Stoff aufgespannt und ihn mit einem Blitz von hinten angeleuchtet habe:

Das Bild fasziniert Dani Bürgin

Dani Bürgin, ein grossartiger Maler und Airbrush-Künstler, war von dem Foto so begeistert, dass er es mit der Airbrush-Pistole als neues Kunstwerk realisiert hat. Die Details, die Dani mit der Airbrush-Technik aufs Papier zaubert, sind faszinierend. Um Naseeb eine Freude zu machen, hat Dani für uns sein Kunstwerk abfotografiert. Ab dem Foto habe ich einen Print erzeugt, den ich Naseeb zusammen mit Elisa Frey übergeben durfte.

Die Überraschung ist gelungen

Naseeb hat das Bild ausgepackt und war dann zuerst einmal sprachlos. Für ihn ist es eine grosse Wertschätzung, dass ein Künstler sich entschieden hat, sein Foto zu airbrushen. Nach der Übergabe machten wir noch ein paar Erinnerungsfotos, und ich verabschiedete mich. Zuhause angekommen, erreicht mich eine WhatsApp-Nachricht von Naseeb, die mich sehr berührt:

Von Herzen danke ich für dieses wunderschöne Geschenk. ❤️ Es hat mich wirklich sehr berührt. Ich habe mir so etwas schon lange gewünscht, und dass dieser Wunsch jetzt wahr geworden ist, bedeutet mir unglaublich viel.

Als ich das Bild gesehen habe, war ich einfach sprachlos. Es ist etwas ganz Besonderes und zeigt, wie viel Liebe, Zeit und Mühe du und Daniel hineingesteckt habt. Ich schätze diese liebevolle Geste sehr, denn sie ist alles andere als selbstverständlich.

Dieses Geschenk wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben. Danke euch von Herzen für diese wunderschöne Überraschung und die grosse Freude, die ihr mir damit gemacht habt.

Fotos: Shania Schneider

 

 
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Fotografieren hält jung

Was ich schon lange wusste, ist jetzt auch wissenschaftlich bewiesen: Fotografieren hält jung

 

Ich wusste es schon lange, aber jetzt ist es auch wissenschaftlich bewiesen: Wer regelmässig zur Kamera greift, könnte seinem biologischen Alter ein Schnippchen schlagen. Das beweist eine aktuelle britische Studie, die den Zusammenhang zwischen künstlerisch-kultureller Aktivität und gesundem Altern erstmals auf molekularer Ebene untersucht hat. Das Resultat der Studie: Menschen, die mindestens einmal pro Woche fotografieren, musizieren oder Museen besuchen, altern biologisch rund vier Prozent langsamer als Menschen, die sich selten auf kreative Abenteuer einlassen. Wer hätte gedacht, dass das Fotografieren nicht nur Motive, sondern auch Lebensjahre einfängt?


Die Kamera als Grund für ein längeres Leben

Bei der Studie, die auf Daten von 3556 Erwachsenen basiert, handelt es sich nicht um eine gross angelegte Beobachtung über mehrere Jahre. Im Fokus steht die sogenannte DunedinPACE-Uhr, ein epigenetischer Marker, der das biologische Alter misst. Die Ergebnisse sind eindeutig: Wer regelmässig künstlerisch oder kulturell aktiv ist – und dazu gehört auch das Fotografieren – verlangsamt nachweislich den Alterungsprozess auf Zellebene. Die Effekte sind unabhängig von Faktoren wie Bildung, Einkommen oder Lebensstil.


Fotografie ist Lebenskunst

Fotografie ist in dieser Studie nicht nur ein Hobby unter vielen, sondern ein Paradebeispiel für kreative Selbstwirksamkeit. Denn wer fotografiert, schärft den Blick für Details, trainiert die Wahrnehmung und bleibt neugierig auf die Welt. Das ist ein aktiver Beitrag zur eigenen Lebensqualität. Die Kamera wird zum Instrument, mit dem sich Erinnerungen festhalten und neue Perspektiven entdecken lassen. In einer Zeit, in der das Altern oft als Defizit inszeniert wird, bietet die Fotografie die Möglichkeit, das eigene Bild vom Älterwerden selbst zu gestalten.


Motivsuche und soziale Komponente

Die Studie zeigt zudem: Wer sich regelmässig mit anderen austauscht, gemeinsam auf Motivsuche geht oder sich in künstlerischen Projekten engagiert, profitiert doppelt. Die soziale Komponente verstärkt den positiven Effekt auf das biologische Alter. Fotografie wird zum Medium, das nicht nur individuelle Kreativität fördert, sondern auch Zugehörigkeit und Austausch ermöglicht. Die Kamera verbindet – und das nicht nur auf Instagram.


Fotografieren ist mehr als ein Hobby

Die Ergebnisse der Studie zeigen: Es gibt keine Ausrede, die Kamera im Schrank zu lassen. Wer regelmässig fotografiert, tut nicht nur etwas für sein Portfolio, sondern auch für sein Wohlbefinden und seine biologische Uhr. Vielleicht ist das eigentliche Geheimnis des gesunden Alterns nicht das perfekte Bild, sondern der neugierige Blick, mit dem wir die Welt betrachten und uns selbst vielleicht dabei immer wieder neu entdecken.

(basierend auf einem Artikel von Christoph Künne, auf Docma)

 

 
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99 Ideen-Killer

Beim Stöbern in meinem Archiv bin ich auf ein Mailing aus dem Jahr 1990 gestossen. Es trägt den Titel «99 Ideen-Killer». Vielleicht kommen Dir einige dieser 99 Killer bekannt vor …

 

Seit Jahrzehnten sammle ich besondere Druckerzeugnisse und habe ein kleines, feines Archiv von Publikationen, die mir wegen ihrer Gestaltung, ihres Inhalts, des Papiers oder den besonderen Materialen und Falztechniken besonders gefallen. Heute habe ich für einen Kunden einige Muster zusammengestellt und stosse dabei auf ein Mailing, das ich im Jahr 1990 von Dietmar Henneka, grossartiger Fotograf, an meinem damaligen Arbeitsplatz bei der Firma SINAR erhalten habe. Er hat 99 Ideen-Killer zusammengestellt – Sprüche, Ausreden, Begründungen, mal mehr mal weniger fadenscheinig, mit denen kreative Ideen von Kunden abgewürgt worden sind. Und das im Jahr 1990 …


Heute, im Zeitalter von KI und Pretests scheint mir seine Message noch wichtiger: Manchmal muss man etwas wagen, auch wenn nur der Bauch sagt, dass es gelingt. Der Kopf ist nicht unwichtig, aber viel wirklich Grosses ist nur entstanden, weil eine Person oder ein (meist kleiner) Kreis von Personen etwas riskiert haben.


Henneka hat’s im Begleitschreiben so formuliert:
«Alles wird, wie in der früheren Nato-Strategie, vorwärtsverteidigt. Auf gut deutsch, wie die Pathologen – erst mal alles zerschnibbeln. Es wird schon nix mehr übrigbleiben. Kein Wagnis … nur Aussitzen ist angesagt … Also kleben wir jetz allen destruktiven Typen einen Riegel vor …»


Die Kleber

Dem Schreiben lagen 99 Ideen-Killer in Stickerform bei. Ich habe sie eingescannt, denn ich denke, wir brauchen auch heute Typen, Firmen und Organisationen, die etwas riskieren . Hier kommen die ersten 25 dieser 99 Ideen-Killer. Vielleicht kommt Dir der eine oder andere Spruch bekannt vor, entlockt Dir ein «Ja genau, das kenn ich» oder ein Schmunzeln.

Fortsetzung folgt …

 

 
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Film und Foto Peter Schaeublin Film und Foto Peter Schaeublin

Magnolia 2026

Mein Langzeit-Fotografie-Experiment mit dem Magnolienbaum in unserem Garten geht in die 13. Runde.

 

Auch im dreizehnten aufeinanderfolgenden Jahr wollte ich den blühenden Magnolienbaum fotografieren. Ziel meines Langzeitprojekts ist es ja herauszufinden, ob sich der Blick auf etwas über die Jahre verändert und ob die Kamera, mit der ich arbeite, einen Einfluss auf des Resultat hat. Ich habe mich dieses Jahr bewusst entschlossen, mit zwei sehr unterschiedlichen Kameras zu fotografieren – einerseits mit der Sony a1 und langen Brennweiten (70 – 640mm) und andererseits mit der Leica M EV1 mit dem Light Lens Lab 1.2/50mm «1966» – eine Art Re-Edition des legendären M Noctilux 1.2/50mm von 1966. Bei offener Blende liefert es sehr verträumte Bilder, weit weg von den Hochleistungsobjektiven der heutigen Zeit. Sowohl in der Fotografie als auch in der Postproduktion inspirieren mich die beiden Kameras völlig unterschiedlich. Gerade die extremen Unterschiede dieser zwei Kameras und der verwendeten Objektive untermauern meine These, dass die Kamera und die Objektive die Art zu fotografieren und auch die Art der Bildaufbereitung beeinflusst. Hier die Resultate der beiden Kameras:


Sony a1 mit langen Brennweiten

Leica M EV1 mit dem Light Lens Lab 1.2/50mm «1966»


2025
Leica SL3


2024
iPhone 15 Pro max


2023
Leica SL2 mit den beiden Festbrennweiten SL 35 mm und SL 90 mm

Ich habe mich auf zwei Festbrennweiten beschränkt.


2022
Leica S3, Leica SL2, Sony a1

Zum ersten Mal habe ich mit mehr als einer Kamera fotografiert. Variety is the spice of life ;-).


2021
Leica SL2

2021 habe ich die Zeit der Blüte verpasst. Deshalb ist die Ausbeute relativ dürftig ausgefallen.


2020
Leica SL2


2019
Fujfilm GFX100


2018
Leica CL


2017
Panasonic GH5


2016
Leica SL

Die Leica SL war definitiv ein Boost für meine Fotografie. Das spiegellose Fotografieren mit gezieltem Über- und Unterbelichten war (und ist bis heute) eine geniale Erfahrung. Zudem hat das am Anfang einzige verfügbare Objektiv – das SL 24-90mm – eine Qualität, die ich vorher im Kleinbild-DSLR-Bereich nur von Festbrennweiten kannte.


2015
Nikon D810


2014
Nikon D810


 
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Film und Foto Peter Schaeublin Film und Foto Peter Schaeublin

Mein Bild im Himalayan Museum

Eines meiner Bilder hat es bis ins Himalayan Museum and Sustainable Park in der Nähe des Everest Base Camp geschafft

 

Bereits mehrere Male habe ich in Nepals erster und lange Zeit einziger PET-Recycling-Anlage fotografiert. Das symbolische Bild oben ist eines meiner Lieblingsfotos, weil es in einem Frame eine Geschichte erzählt: das Ausgangsmaterial, die Handschuhe, die die Rezyklier-Arbeit symbolisieren und das fertig rezyklierte Granulat.

Nun hat mir Prakash Barati, der Leiter von Himalayan Life Plastics zwei Bilder gesendet, die zeigen, dass dieses Bild im Himalayan Museum and Sustainable Park in Syangboche auf dem Weg zum Everest Base Camp zur Illustration des Recycling-Prozesses verwendet worden ist. Zudem hat Himalayan Life das Foto auf ein Booklet gesetzt, das sie an die Mitarbeitenden abgeben. Cool, dass eines meiner Bilder eine solche Reise macht.

Kleine Notiz für die fotografisch Interessierten: Ich habe das Bild mit der Leica SL und dem Vario Elmarit 2.8-4.0/24-90 mm realisiert.



Mehr über Nepals erste PET Recyclinganlage erfährts Du in diesem Kurzvideo:

 
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Film und Foto Peter Schaeublin Film und Foto Peter Schaeublin

Feedbacks vom Portraitfotokurs

Begeisterte Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Portraitfotokurs im Tessin. Vielleicht bist Du das nächste Mal auch dabei?

 

Zum ersten Mal habe ich in der Casa Moscia im Kanton Tessin einen Wochenendkurs zum Thema Portraitfotografie durchgeführt. Und ich bin überwältigt von den tollen Feedbacks der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

«Die Kurse bei Peter lassen dich eintauchen in die Welt der Fotografie. Inhalte werden verständlich, lebendig und vielfältig vermittelt. Gekonnt wird auf die unterschiedlichen Erfahrungshintergründe der Teilnehmenden eingegangen, und in einer wertschätzenden Atmosphäre darf jede Frage gestellt und alles ausprobiert werden. Achtung: Rechne damit, dass du von der Begeisterung für die Fotografie angesteckt wirst!»

Rahel

Foto: Michael Brunner

Foto: Timna Kieser

Foto: Pavel Kraus

 

An den Kursen geht es nicht nur darum, tiefer in die Fotografie einzutauchen, sondern auch als Gruppe eine gute Zeit zusammen zu haben und sich gegenseitig zu inspirieren. Michael bringt das in seinem Feedback auf den Punkt:

«Der Kurs zur Porträtfotografie an einem völlig neuen Ort ist extrem inspirierend. Die unbekannte Umgebung und ein neues Umfeld machen es besonders. Auch die Zusammenarbeit und der Austausch mit den engagierten und interessierten Kursteilnehmenden ist anspornend. Der Kurs findet nicht nur von 8 bis 17 Uhr statt, sondern man ist auch ausserhalb des Kursraums im Gespräch, was den Kurs zu einem Erlebnis macht. Ich konnte vom Talent für das Fotografieren aller Teilnehmenden viel mitnehmen und in meine Sicht der Fotografie einbringen.»

Michael

Jede Person stand vor und hinter der Kamera – das gab allen Teilnehmenden auch das Gefühl, wie es ist, vor der Kamera zu stehen. Besonders gefreut hat mich in dieser Beziehung die Rückmeldung von Timna:

Dank der Leitung von Peter Schäublin konnte man sich ausprobieren und die gewohnte Komfortzone verlassen – sei es beim Fotografieren selbst, bei der Bildbearbeitung oder auch beim Erproben als Model vor der Kamera. Durch Peters ruhige und offene Art fühlte man sich automatisch ermutigt, Neues zu wagen, und konnte so das eigene Repertoire deutlich erweitern.

Timna


Damit die vermittelten Inhalte nicht einfach nur in der grauen Theorie erarbeitet werden, probieren wir das Erlernte gleich in der Praxis aus. Wir haben mit verschiedenen Lichtquellen experimentiert – von Tageslicht mit und ohne Aufheller über Kunstlicht bis hin zu Blitzen, und auch verschiedene Hintergründe haben wir eingesetzt. Diese Vielfältigkeit wird geschätzt und gibt allen Teilnehmenden die Möglichkeit zu experimentieren.

Deine Instruktionen, das Beleuchtungs- und Hintergrundmaterial öffneten ein neues Fenster für mich.

Rolf

Hier eine kleine Bildgalerie mit Fotos, die die Teilnehmenden realisiert haben – von klassisch bis experimental, mit und ohne zusätzliche Lichtquellen. Alle Fotos © by Beat, Daniel, Helene, Michael, Pascal, Pavel, Rolf, Timna und Rahel, die auch das grosse Einstiegsbild in den Artikel realisiert hat.


Möchtest Du das Fotografieren auch entdecken oder vertiefen ?

Ich führe regelmässig Fotokurse und Individualtrainings im Tessin, in Schaffhausen oder – für Individualtrainings – am Ort Deiner Wahl durch. Informationen dazu findest Du im Kapitel «Training».


 
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Film und Foto Peter Schaeublin Film und Foto Peter Schaeublin

Weihnachtsaktion: «Silence» mit persönlicher Widmung

Das besondere Weihnachtsgeschenk: Silence-Buch mit persönlicher Widmung

 

Weihnachten naht mit schnellen Schritten. Deshalb lancieren wir eine besondere Aktion: Du kannst das Silence-Buch für Dich oder zum Verschenken mit persönlicher Widmung bestellen. Lege das Buch im Onlineshop in den Warenkorb, und beim Bezahlvorgang kannst Du den gewünschten Text eingeben. Ursula und ich schreiben den Text dann ins Buch und signieren es.

Beim Checkout-Prozess kannst Du den Text für die Widmung eingeben.


Ein kleiner Einblick ins Buch:

Auf 299 Ex. limitiert
Umschlag: Weisskarton mit Prägung und partieller Folierung
Inhalt: 128 Seiten, davon 96 Seiten im Duplex-Druck (schwarzweiss) und 32 Seiten in Farbe
Format: 30 x 23 cm


 
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Film und Foto Peter Schaeublin Film und Foto Peter Schaeublin

Zwei Lichtriesen im Test, Teil 2

Test SIGMA 200mm F2 DG OS | Sports und Sigma 300-600mm F4 DG OS | Sports, Teil 2

Sigma 300-600mm F4 DG OS | Sports und Sigma 200mm F2 DG OS | Sports

Nach dem ersten Teil des Testberichts über das Sigma 200mm F2 DG OS | Sports liegt der Schwerpunkt des zweiten Teils auf dem Siga 300–600mm F4 DG OS | Sports. Fotografische Conoisseure lassen sich die Daten dieses Objektivs auf der Zunge zergehen: ein sehr interessanter Zoombereich für gewisse fotografische Gebiete und eine durchgehende Lichtstärke von f 4.0. Wow. Diese technischen Daten geben dem Objektiv dann aber physische Werte mit, die ebenfalls aufhorchen lassen: Gewicht 3.97 kg und eine Baulänge von 46.79 cm (L-Mount) resp. 46.99 cm (E-Mount) ohne Gegenlichtlende. Mit angesetzter Gegenlichtblende liegen wir wohl irgendwo im Bereich von 60 cm (leider habe ich vergessen, die Länge mit angesetzter Gegenlichtblende zu messen).

Schon ohne Gegenlichtblende ist das Sigma 300–600mm F4 DG OS | Sports mit beinahe 50 cm Länge ein richtig grosses Teil mit viel Metall und Glas (Pressebild Sigma)

«Mami, lueg emal de Maa mit em grosse Fotiapparat» … mit so einer Riesenröhre fällt man auf, und wie man sieht, ist mein Stativ eher grenzwertig für das 4.0/300–600 mm …

Wenn man mit diesem Objektiv durch den Zoo spaziert, wird man beinahe so stark beachtet wie die Tiere. Während die Erwachsenen einfach sehr lange hinschauen, wenn man vorbeigeht, sagen die Kinder frei heraus: „Mami, lueg emal de Maa mit dem grosse Fotiapparat.“ Also – wer etwas Aufmerksamkeit braucht, kaufe sich das Objektiv und gehe damit ein wenig in den Zoo … Doch Spass beiseite:


Frühmorgens auf dem Rhein

Ein Sonnenaufgang im Kajak auf dem Rhein ist ein Erlebnis, das an Schönheit schwer zu überbieten ist. Lautloses Gleiten auf dem sich golden färbenden Wasser und im Optimalfall noch Dunst, der vom Wasser aufsteigt. Wir treffen uns frühmorgens um 6.00h – nebst meiner Wenigkeit sind das meine tolle Assistentin Chiara, die beiden Kajaker Jürg und Thomas und Bootskapitän Peter, der uns mit seinem Holzboot in die richtige Aufnahmeposition bringt. Euch allen vielen Dank, dass Ihr so früh aus den Federn gestiegen seid.

Ich habe eine ziemlich klare Vorstellung, was ich fotografisch umsetzen möchte: Die beiden Kajaker auf dem Wasser als Silhouetten und im Hintergrund die aufgehende Sonne. Um das zu erreichen, braucht es neben guten Ortskenntnissen eine lange Brennweite, damit die Sonne von ihrer Grösse her wie die Sonne und nicht wie ein heller Stecknadelkopf aussieht. Wärhend Chiara das 2.0/200mm montiert, wage ich mich an das „Biest“ heran. Bei Fotos aus dem Boot macht ein Stativ wenig Sinn. Wohl würde es das Gewicht der Aufnahmeeinheit tragen, aber jede Schwankung mitmachen. Wenn ich mit Abstützen fotografiere, kann ich solche Schwankungen besser auffangen. Unser Timing ist perfekt, und wir treffen zur richtigen Zeit am richtigen Punkt des Rheins ein. Die nächsten 30 Minuten sind von der Stimmung und vom Licht her etwas vom besten, was ich bisher auf diesem Fluss erlebt habe. Alles passt zusammen, und es enstehen grandiose Aufnahmen. Chiara und ich fotografieren beide mit AF-C und einer Bildrate von 15 Bildern pro Sekunde. Denn obwohl die beiden Kajaker sich sehr bemühen, synchron zu paddeln, bewegen sie ihr Paddel unterschiedlich. Doch oft – manchmal nur für den Bruchteil einer Sekunde – befiinden sich die beiden Paddel im gleichen Winkel, und das ganze sieht aus wie Synchronballett. Die etwas unterbelichteten Bilder zeigen die unglaubliche Schönheit dieses Morgens. Wie bereits beim ersten Teil des Tests habe ich alle Bilder lediglich in Helligkeit, Kontrast und Farbe korrigiert, jedoch nicht nachgeschärft.

Genau so hab ich’s mir vorgestellt … Leica SL3 mit Sigma mit Sigma 300-600mm F4 DG OS | Sports auf 300 mm, 1/2000 sec, f 6.3, 500 ISO

Bild 1: Leica SL3 mit Sigma mit Sigma 300-600mm F4 DG OS | Sports auf 465 mm, 1/4000 sec, f 4, 500 ISO
Bild 2: Leica SL3-S mit Sigma mit Sigma 300-600mm F4 DG OS | Sports auf 300 mm, 1/2500 sec, f 8, 320 ISO
Bild 3: Leica SL3-S mit Sigma mit Sigma 300-600mm F4 DG OS | Sports auf 300 mm, 1/2000 sec, f 6.3, 320 ISO
Bild 4: Leica SL3 mit Sigma mit Sigma 300-600mm F4 DG OS | Sports auf 300 mm, 1/4000 sec, f 4, 500 ISO
Bild 5: Leica SL3-S mit Sigma mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/10000 sec, f 2.2, 100 ISO. Chiara hat mit dem 200er einen etwas grösseren Blickwinkel einfangen können.
Bild 6: Leica SL3 mit Sigma mit Sigma 300-600mm F4 DG OS | Sports auf 300 mm, 1/4000 sec, f 4, 500 ISO


Harley in Action

Doch wie schlägt sich das 300-600er, wenn wir schneller bewegende Objekte ins Visier nehmen? Mein Freund Marco fährt mit seiner Harley ein paar mal hin und her, damit wir die Grenzen testen können. Brennweite auf das Maximum von 600 mm, voll offefne Blende, AF-C, 15 Bilder pro Sekunde. Er braust mit 70 km/h auf uns zu, und wir stellen fest, dass die SL3-S mit dem 300-600mm perfekte Resultate liefert. Die Perspektive ist noch extremer wie mit dem 200er, und mir persönlich gefällt der kleine Schärferaum sehr gut. 1/3200 sec., f 4.0, 400 ISO. Um den Unterschied in Perspektive und Schärferaum zwischen 600 und 200 mm zu dokumentieren, fotografiert Chiara mit dem 200er, bei dem sie die Blende ebenfalls auf 4.0 stellt.

Bild links: Leica SL3-S mit Sigma 300-600mm F4 DG OS | Sports auf 600 mm, 1/3200 sec, f 4, 400 ISO
Bild rechts: Leica SL3-S mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/4000 sec, f 4.0, 400 ISO


Das Bergrennen

Können wir geschwindigkeitsmässig noch einen draufsetzen? Aber klar doch. Am zweitletzten Tag unseres Testzeitraums dröhnen die Rennautos in Oberhallau den Berg hoch. Meine Frau Ursula und ich gehen auf Pirsch. Im Fahrerlager gelingen uns einige spannende Aufnahmen mit dem 200er, mit dem man sehr gut aus der Hand arbeiten kann:

Bild 1: Leica SL3-S mit Sigma mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/640 sec, f 2.0, 200 ISO
Bild 2: Leica SL3-S mit Sigma mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/1000 sec, f 2.0, 200 ISO
Bild 3: Leica SL3-S mit Sigma mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/800 sec, f 2.0, 200 ISO
Bild 4 und 5: Leica SL3-S mit Sigma mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/320 sec, f 2.5, 200 ISO
Bild 6: Leica SL3-S mit Sigma mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/320 sec, f 2.5, 200 ISO. Mein Lieblingsbild, weil es diesen zärtlichen Moment einfängt, bevor der Rennfahrer in seine Maschine steigt. Dank dem 200er konnte ich die Szene unbemerkt fotografieren, und dank der offenen Blende lösen sich die beiden Protagonisten perfekt vom Umfeld.


Das 300-600er, das mehr als doppelt so schwer und um einiges sperriger ist, lädt nicht so sehr zum spontanen Fotografieren ein ;-). Die lange Röhre spielt ihre Stärken dann aus, wenn es darum geht, Distanzen zu überwinden und die Boliden auf der Rennstrecke zu fotografieren. Auch hier wählen wir für optimale AF-Performance die SL3-S. Der AF-Schalter ist wieder auf AF-C und die Bildrate auf 15 Bildern pro Sekunde. Nebst den ultrascharfen Bildern mit kurzer Verschlusszeit wage ich mich an eine kleine Serie, bei der ich die Kamera mit langsamerer Verschlusszeit mitziehe. Das Stativ dient dabei als zusätzliche Stabilisation und zur Entlastung meiner Muskulatur ;-). Ich schätze die Flexibilität des Zooms, die mir ermöglicht, den Bildausschnitt je nach Position an der Rennstrecke frei zu wählen.

Bild 1 und 2: Leica SL3-S mit Sigma 300–600mm F4 DG OS | Sports auf 600 mm, 1/2500 sec, f 4, 320 ISO. Beim extremen Reinzoomen sieht man, dass die Autos trotz sehr schneller Verschlusszeit ganz leichte Unschärfen aufweisen und auch, dass nicht das ganze Auto scharf ist – was dem Fakt geschuldet ist, dass ich die Blende voll geöffnet habe, um ans Limit zu gehen.
Bild 3: Leica SL3-S mit Sigma 300–600mm F4 DG OS | Sports auf 600 mm, 1/1000 sec, f 4, 200 ISO. Dieser Wagen ist auf der Rückfahrt vom Ziel zum Start und deshalb deutlich langsamer unterwegs. Das Bild ist perfekt scharf, und es zeigt, dass das 300–600er auch im obersten Telebereich sehr gute Resultate liefert.
Bild 4: Leica SL3-S mit Sigma 300–600mm F4 DG OS | Sports auf 476 mm, 1/50 sec, f 10, 200 ISO. Beim Mitziehen muss die Kamerabewegung und die Fahrzeuggeschwindigkeit perfekt synchron sein. Deshalb gibt es viel Ausschuss. Obwohl ich kein Autofotograf bin, sind mir doch ein paar Aufnahmen mit Mitziehen gelungen, die mich happy machen.
Bild 5: Leica SL3-S mit Sigma 300–600mm F4 DG OS | Sports auf 600mm, 1/50 sec, f 10, 160 ISO
Bild 6: Leica SL3-S mit Sigma 300–600mm F4 DG OS | Sports auf 300mm, 1/50 sec, f 10, 200 ISO. Dieses Bild ist vom gleichen Standpunkt aus entstanden wie die Bilder 4 und 5, aber an einem anderen Punkt der Strecke. Dank dem Zoom kann ich so flexibel agieren.
Alle Bilder mit Stativ.

Clip: AF-Performance-Test mit der Leica SL3-S, AF-C, 15 fps, mit Sigma 300–600mm F4 DG OS | Sports auf 600 mm, 1/2500 sec, f 4, 320 ISO


Noch ein wenig Safari-Feeling

Und dann, zum Abschluss unseres Tests, geht es noch in den Zoo. Die Masoalahalle liebe ich sowieso, und wenn man einmal zwei so tolle Objektive hat, muss man es ausnützen. Anfangs fotografiere ich mit dem 300–600er aus der Hand und bin positiv überrascht, wie gut der Bildstabilisator funktioniert. Doch irgendwann fragen meine Oberarmmuskeln nach, ob ich das Stativ eingepackt habe, und die weiteren Aufnahmen entstehen mit Stativunterstützung. In meiner Phantasie male ich mir aus, wie ich mit diesem Objektiv auf Safari bin und es mit einem Beanbag auf der Autotür mit heruntergekurbeltem Fenster einsetze. Ich bin sicher, dass würde grossen Spass machen. Falls ich einen Sponsor finde, probiere ich das gerne noch aus und verfasse einen dritten Teil des Testberichts ;-). 

Bild 1: Leica SL3 mit Sigma 300–600mm F4 DG OS | Sports auf 461 mm, 1/250 sec, f 4, 5000 ISO. Dieses Bild habe ich aus der Hand gemacht, um den Bildstabilisator zu testen. Er funktioniert sehr gut. Weil ich das Foto gleich nach dem Eintreten in die Masoalahalle realisiert habe und die Frontlinse sich beschlug, musste ich es ziemlich stark “dehazen”. Das Bildrauschen ist bei 5000 ISO entsprechend hoch, und ich würde den Hintergrund dieses Fotos entrauschen.
Bild 2: Leica SL3 mit Sigma 300–600mm F4 DG OS | Sports auf 600 mm, 1/160 sec, f 9, 1000 ISO, Stativ
Bild 3: Leica SL3 mit Sigma 300–600mm F4 DG OS | Sports auf 456 mm, 1/250 sec, f 4.5, 5000 ISO, Stativ, Crop. Extrem gut getarnter Madagaskar Plattschwanzgecko, schwierig zu fotografieren, da ziemlich weit vom Weg entfernt und völlig im Schatten.
Bild 4 und 5: Leica SL3 mit Sigma 300–600mm F4 DG OS | Sports auf 600 mm, 1/500 sec, f 4.5, 400 ISO, Stativ, Crop
Bild 6: Leica SL3 mit Sigma 300–600mm F4 DG OS | Sports auf 600 mm, 1/500 sec, f 4.0, 640 ISO, Stativ

Das Fotografieren mit einer solchen Extrembrennweite erfordert Übung, und es empfiehlt sich, lieber ein paar Aufnahmen zu viel als zu wenig zu machen. Wenn sich das Motiv nur leicht bewegt, entstehen bereits leichte Unschärfen. Den Ibis auf Bild 6 habe ich ziemlich perfekt getroffen. Hier ein 1:1 Ausschnitt aus diesem Bild, links ungeschärft und rechts so, wie ich ihn mit leichtem Schärfen finalisieren würde:

Die Zeit rennt uns davon, doch wir streifen noch etwas durch den Zoo. Bei den Koalas und den Flamingos bleiben wir hängen und versuchen, die Tiere so einzufangen, als wären sie nicht im Zoo, sondern in freier Wildbahn. Das gelingt mit einer langen Brennweite besser als mit kurzbrennweitigen Objektiven. Sowohl das 2.0/200 mm als auch das 4.0/300–600mm liefern tolle Ergebnisse.

Bild 1: Leica SL3-S mit Sigma mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/400 sec, f 2.0, 800 ISO
Bild 2: Leica SL3-S mit Sigma mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/200 sec, f 2.8, 800 ISO
Bild 3: Leica SL3 mit Sigma 300–600mm F4 DG OS | Sports auf 300 mm, 1/320 sec, f 4.0, 2000 ISO, Stativ
Bild 4: Leica SL3 mit Sigma 300–600mm F4 DG OS | Sports auf 600 mm, 1/2000 sec, f 4.0, 400 ISO, Stativ
Bild 5: Leica SL3 mit Sigma 300–600mm F4 DG OS | Sports auf 600 mm, 1/2000 sec, f 4.0, 400 ISO, Stativ, Crop
Bild 6: Leica SL3 mit Sigma 300–600mm F4 DG OS | Sports auf 600 mm, 1/1250 sec, f 4.0, 320 ISO, Stativ


Mein Fazit zum Sigma 300–600mm F4 DG OS | Sports

Über eine Vielzahl von Schaltern kann man das 300–600er je nach Einsatzbereich «finetunen».

Dieses Objektiv ist für sehr spezifische Zwecke gebaut, vor allem für die Sport- und Tierfotografie. Wer sich in diesen Genres bewegt, hat mit dem 300–600 mm ein hervorragendes Objektiv im Köcher (oder im Ruckack), das liefert, wenn es gefordert ist, und das zu einem für diese technischen Daten äusserst interessanten Preis. Die optische Performance ist hoch. Sigma behauptet, sie sei auf dem Niveau von Festbrennweiten in diesem Bereich. Das kann ich mir beim Betrachten der Bilder sehr gut vorstellen, müsste es aber in einem Vergleichstest noch verifizieren.

Wie beim 2.0/200 hat Sigma auch bei diesem Objektiv alle elektronischen Helfer verbaut, die man sich denken kann. Ein sehr guter Bildstabilisator ist natürlich an Bord, frei programmiere Buttons, Innenzoom, Staub- und Spritzwasserschutz, Drop-in-Filterhalter und und und. Besonders möchte ich den Fokussierbereichsbegrenzer hervorheben. Bei kleineren Objekten im Vordergrund hatte die AF-Erkennung unserer Kameras manchmal etwas Mühe. Die Begrenzung des AF-Bereichs hilft hier sehr, dass der Autofokus im „richtigen“ Teil des Entfernungsbereichs die Schärfe sucht. Wie beim 2.0/200mm ist der kleine Wermutstropfen für die Sony-Userinnen und User, dass die Bildrate auf 15fps begrenzt ist und die beiden Telekonverter (1.4 und 2fach) nur für das L-Mount-System erhältlich sind. Bei beiden Objektiven entzieht es sich meiner Kenntnis, ob Canon- und Nikon-Fotografen früher oder später auch in den Genuss dieser beiden exzellenten Objektive kommen.


Special thanks

Ich mache diese Tests ehrenamtlich aus Spass an der Freude. Umso wichtiger ist es, dass Freunde mitmachen und mich in ihrer Freizeit bei den Tests unterstützen. Und natürlich braucht es auch Personen, die sich fotografieren lassen ;-). Ein herzliches Dankeschön an Ursula, Chiara, Marco, Peter, Jürg, Thomas, Angi, Hannah, die Hochzeitsgesellschaft von Eva und Raphael, die Leute am Bergrennen in Oberhallau und last but not least auch die Tiere im Zoo.

Alle Fotos © by Peter und Ursula Schäublin und Chiara Denicolo

 
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Film und Foto Peter Schaeublin Film und Foto Peter Schaeublin

Zwei Lichtriesen im Test, Teil 1

Test SIGMA 200mm F2 DG OS | Sports und Sigma 300-600mm F4 DG OS | Sports, Teil 1

Sigma 300-600mm F4 DG OS | Sports und Sigma 200mm F2 DG OS | Sports

Ein wenig Vorgeschichte

Im Sport würde man sagen: «Sigma hat gerade einen Lauf.» Denn die Firma haut zur Zeit Objektive raus, die manchem Fotografen den Mund wässrig machen. Ich bin da keine Ausnahme. Als ich vom Sigma 300-600mm F4 DG OS | Sports gehört habe, war für mich klar: Dieses Objektiv muss ich testen. Markus Zitt von fotointern.ch hat den Kontakt zu Patrick Geissmann von Ott + Wyss AG, dem Schweizer Vertreter für Sigma, hergestellt. Irgendwann haben Patrick und ich telefoniert, um einen Zeitraum für den Test auszumachen. Und so ganz nebenbei habe ich erwähnt, dass in der Gerüchteküche ja auch noch ein 2.0/200 mm herumgeistert (wir haben etwa zwei Wochen vor der offiziellen Lancierung dieses spannenden Objektivs telefoniert). „Ach ja, tatsächlich, wird da noch ein 2.0/200 mm kommen?“ hat Patrick zuerst ganz unschuldig gefragt. „Tja, die ersten Bilder geistern bereits im Netz herum, und wo so viel Rauch ist, da gibt’s auch ein Feuer“, war meine Antwort. Patrick hat kurz geschmunzelt und dann kam die überraschende Frage: „Wollen Sie dieses Objektiv auch noch testen?“ Worauf mir vor Freude fast der Telefonhörer aus der Hand gefallen ist. Ein paar Tage später ist dann ein ziemlich grosses Paket mit den zwei Preziosen bei mir eingetroffen. Ich habe die Objektive in meinem Fotoalltag einfach mal „mitlaufen“ lassen und auch noch ein paar Shootings ausgedacht, um den zwei Sigma-Linsen auf den Zahn zu fühlen.


Für die Schnellleser

Für alle, die nicht den ganzen Testbericht lesen wollen, hier die Kurzzusammenfassung mit einem Wortspiel auf Englisch:

«The two lenses are not only big, but they are also great.»

Und alle, die’s noch ein wenig genauer wissen wollen, können gerne noch weiterlesen:


Das 2.0/200 mm

Ich hatte immer beide Objektive in der Fototasche, wobei man präzisieren muss: Das 2.0/200 mm reiste in der Fototasche mit, das 4.0/300-600mm ist so gross, dass es gleich in einem Rucksack angeliefert wird. Was sehr praktisch ist, denn mit knapp 4 kg Lebendgewicht und einer Länge von ziemlich genau 47 cm (ohne aufgesetzte Gegenlichtblende) ist das Ding so gross, dass es durchaus sinnvoll ist, es separat zu verpacken. Ich habe die beiden Objektive mit dem L-System-Anschluss getestet. Als Kameras kamen die Leica SL3 und die SL3-S zum Einsatz. Wer mich kennt, weiss, dass ich nicht viel von Tests unter Laborbedingungen und Pixelpeeping halte. Bilder werden ja in der Regel draussen oder im Studio realisiert und nicht in einem Labor. Deshalb müssen sich sowohl Kameras wie auch Objektive im Fotografenalltag und nicht unter irgendwelchen „klinischen“ Testbedingungen bewähren.

Bullig, aber nicht unhandlich: das Sigma 200mm F2 DG OS | Sports (Pressebild Sigma)

Ein erstes Herantasten: Portraitshooting im Garten

Fast gleichzeitig mit dem grossen Sigma-Paket treffen Angi und Hannah ein – zwei Freundinnen von uns auf der Durchreise vom Norden in den Süden. Und weil es mir unter den Nägeln brennt, zumindest mal das 2.0/200mm auszuprobieren, frage ich sie, ob sie sich für ein spontanes Shooting bei uns im Garten zur Verfügung stellen. „Selbstverständlich“, war die Antwort, und so habe ich das bullig wirkende 200er auf die SL3 montiert. Obwohl das Objektiv 1.8 kg auf die Waage bringt, fühlen sich Kamera und Objektiv gut ausbalanciert an. Und wenn man ein Objektiv mit einer maximalen Blendenöffnung von 2.0 in den Fingern hat, will man natürlich mit voll offener Blende fotografieren. Zumindest ich. Sonst kann ich ja auch ein Objektiv mit geringerer Lichtstärke kaufen. Und was der Sprung von 4.0 auf 2.0 an kleinerem Schärferaum bringt, zeigen diese zwei Aufnahmenpaare:

Bild links: Leica SL3 mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/320 sec, f 2.0, 100 ISO
Bild rechts: Leica SL3 mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/160 sec, f 4.0, 100 ISO

Bild links: Leica SL3 mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/640 sec, f 2.0, 125 ISO
Bild rechts: Leica SL3 mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/320 sec, f 4.0, 125 ISO

Alle Aufnahmen sind in Lightroom in Helligkeit und Kontrast optimiert worden, aber nicht nachgeschärft, damit Du beurteilen kannst, was das Objektiv zusammen mit der Leica liefert. Schon beim Hereinzoomen der Bilder auf dem Kamerascreen bleibt mir die Spucke weg: Das 200er ist selbst bei offener Blende sowas von scharf und liefert eine Detailzeichnung, die meine Erwartungen übertrifft. Der Schärferaum wird bei voll offener Blende naturgemäss sehr klein, und präzises Fokussieren ist unumgänglich.

Leica SL3 mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/640 sec, f 2.0, 125 ISO. Der 1:1 Ausschnitt unten zeigt die feine Detailzeichnung schon beivoll offener Blende. Aber: Die Augenbraue ist teilweise bereits nicht mehr scharf. Das AF-System muss also absolut präzise fokussieren.

Sobald man mehr als eine Person im Bild hat, wird es schwierig mit dem Schärferaum bei voll offener Blende. Ich versuche, Angi und Hannah so zu fotografieren, dass sie beide innerhalb des Schärferaums sind. Doch es braucht nicht viel, und eines der Gesichter fängt an, in die Unschärfe abzugleiten. Ich dirigiere die beiden Ladies so, dass die Gesichter möglichst parallel zur Kamera ausgerichtet sind. Doch selbst dann ist Angies äusseres Auge nicht mehr ganz scharf. Das mag in einem kleinen Abbildungsmassstab nicht stören, aber bei einem grossen Print würde es irritierend wirken. Abblenden auf 5.6 löst das Problem. Wenn ich die Bilder mit 2.0 und 5.6 auf dem Screen vergleiche, habe ich nicht den Eindruck, dass sich die Schärfe durch das Abblenden noch erhöht. Mag sein, dass sich die Randschärfe rein theoretisch noch etwas steigert durch Abblenden, aber in der Praxis kann man das Potenzial des Objektivs bereits mit voll offener Blende ausschöpfen.

Bild links: Leica SL3 mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/100 sec, f 2.0, 200 ISO. Der Schärferaum ist so klein, dass Angi bereits in der Unschärfe ist.
Bild Mitte: Leica SL3 mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/100 sec, f 2.0, 200 ISO. Ich habe Angi gebeten, etwas weiter nach hinten zu gehen. Trotzdem ist das äusserste Auge nicht ganz scharf.
Bild rechts: Leica SL3 mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/100 sec, f 5.6, 1600 ISO. Abblenden, damit beide Personen in der Schärfe sind. Die Blätter im Vordergrund werdendurch das Abblenden konkreter.


Luis Aellig in concert

Einer der Haupteinsatzgebiete des 2.0/200mm ist meines Erachtens die Bühnen- und Konzertfotografie. Dort kann das Obektiv durch die Kombination von langer Brennweite und hoher Lichtstärke einen echten Unterschied machen. Gut, dass während meiner Testzeit ein kleines, feines Konzert von Luis Aellig mit Band in nur 200 Metern Gehdistanz von unserem Zuhause stattfindet. Der kleine, intime Rahmen ist toll, das Licht ist spärlich, und genau das ist dann eben ein Test unter Realbedingungen, in denen sich das Objektiv bewähren muss. Für die Konzertaufnahmen habe ich mich für die SL3-S entschieden, weil sie in den hohen ISO-Bereichen Top-Resulate liefert.

Bild links und Bild Mitte: Leica SL3-S mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/200 sec, f 2.0, 3200 ISO
Bild rechts: Leica SL3-S mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/250 sec, f 2.0, 5000 ISO. Bewusst habe ich die Schärfe auf die Brille gelegt, weil sie das optisch prägende Element ist.

Und wenn man nah genug an die Musiker herankommt, kann man mit dem 200er auch noch wunderbare Detailaufnahmen realisieren.

Beide Bilder: Leica SL3-S mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/250 sec, f 2.0, 2500 ISO. Der Bildstabilisator funktioniert sehr gut. Wegen der Bewegung der Musiker muss ich die Verschlusszeit aber eher kürzer halten.


Hochzeitsfotografie mit dem 2.0/200

Während des Testfensters habe ich zusammen mit meiner Frau Ursula die Ehre, Eva und Raphaels Hochzeitsfest auf dem Hof der Brauteltern fotografisch festzuhalten. Ein wunderbares Fest mit Trauakt im Freien, vielen Kühen, einem kleinen Konzert, einem glücklichen Brautpaar und ebenso glücklichen Gästen. Während ich bei Hochzeitsreportagen lieber mit kürzeren Brennweiten fotografiere, montiert Ursula jeweils am liebsten das Leica APO-Vario-Elmarit-SL 1:2,8-4/90-280. Deshalb schnappt sie sich das 2.0/200er und – natürlich rein fototechnisch gesprochen – verliebt sich in die Linse. In ihrer Begeisterung teilt sie die Aufnahmen mit den Gästen, und plötzlich wollen sich alle mit dem „Wunderobjektiv“ fotografieren lassen.

Ursula im Einsatz mit dem 2.0/200mm. Der Spass am Objektiv ist unübersehbar. Und die Gäste sind begeistert von den Resultaten.

Ursulas Enthusiasmus steckt mich an, und ich realisiere auch einige Aufnahmen mit dem 200er. Manchmal fühle ich mich durch die lange Brennweite zu weit weg von den Menschen, aber es gibt natürlich immer wieder Situationen, in denen eine grössere Distanz durchaus von Vorteil ist. Hier einige Aufnahmen vom Hochzeitsfest mit speziellem Dank an Eva, Raphi und alle Gäste, dass wir die Bilder teilen dürfen:

Bild 1: Leica SL3 mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/640 sec, f 2.0, 50 ISO
Bild 2 und 3: Leica SL3 mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/3200 sec, f 2.0, 200 ISO
Bild 4: Leica SL3 mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/3200 sec, f 2.0, 125 ISO
Bild 5: Leica SL3 mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/1600 sec, f 2.0, 200 ISO, sw-Umwandlung in Lightroom
Bild 6: Leica SL3 mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/500 sec, f 4.5, 160 ISO
Bild 7: Leica SL3 mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/250 sec, f 2.0, 1250 ISO
Bild 8: Leica SL3-S mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/320 sec, f 2.0, 250 ISO
Bild 9: Leica SL3-S mit Sigma 200mm F2 DG OS | Sports, 1/320 sec, f 2.0, 1600 ISO


Gerade wenn das Licht knapp wird und man wegen der langen Brennweite und den sich bewegenden Personen eine kürzere Verschlusszeit benötigt, kann man die ISO dank der hoch geöffneten Optik doch noch im vertretbaren Rahmen halten. Klar kann man heute Bilder in der Postproduction entrauschen, aber dabei verliert man immer Detailzeichnung.


Brauchst Du ein 200mm mit so grosser Blendenöffnung?

Man hat ja das Gefühl, dass der Schärferaum bei einem so langbrennweitigen Objektiv mit so grosser Öffnung extrem klein ist. Und das stimmt auch. Doch wenn wir dasselbe Motiv mit einem 200mm- und einem 90mm-Objektiv mit voll offener Blende fotografieren und den Aufnahmeabstand so verändern, dass wir mit beiden Objektiven denselben Bildausschnitt haben, stellen wir fest, dass der Schärferaum derselbe ist. Lass mich das kurz erklären: Die Distanz zwischen Motiv und Kamera ist sehr entscheidend für den Schärferaum. Wenn ich mit demselben Objektiv mit derselben Blende ein Objekt ganz nah fotografiere, ist der Schärferaum wesentlich kleiner (Makrofotografen können ein Liedchen davon singen) als bei einem Objekt in weiterer Entfernung wie zum Beispiel einer Landschaft. Wenn ich nun eine Person mit einem 90mm (oder 135mm) Objektiv portraitiere und nachher das 200 mm Objektiv auf der Kamera montiere, muss ich meine Distanz zum Motiv vergrössern, um wieder denselben Ausschnitt zu erzielen. Durch die grössere Distanz gleicht sich der durch die längere Brennweiter verkleinerte Schärferaum wieder aus. Tönt ziemlich kompliziert. Einfach formuliert kann man sagen: Bei gleichem Ausschnitt und gleicher Blende erzielt jedes Objektiv denselben Schärferaum. Nur der Abstand zum Motiv – und damit natürlich auch die Perspektive – verändert sich. Wenn Du Deinen Aufnahmepunkt frei wählen kannst, bringt Dir die hohe Anfangsöffnung des 2.0/200 mm keinen wirklichen Vorteil bezüglich Schärferaum. Wenn Du aber die Distanz nicht frei wählen kannst oder Du mit etwas mehr Abstand unbemerkt fotografieren möchtest und Du deshalb eine lange Brennweite benötigst, kannst Du mit der maximalen Blendenöffnung von 2.0 im Vergleich zu einem 4.0/200 mm oder 5.6/200 mm einen kleineren Schärferaum erzielen und so das Motiv besser aus dem Umfeld herausschälen.

Meine Assistentin Chiara, links mit dem 200 mm mit Blende 2.0 und rechts mit einem 90 mm mit Blende 2.0 fotografiert. Die Perspektive verändert sich logischerweise durch den unterschiedlichen Aufnahmeabstand, die Wirkung von Schärfe und Unschärfe ist aber so gut wie identisch. Und man sieht: das 2.0/200 mm eignet sich hervorragend als Portraitobjektiv.


Fazit zum 2.0/200mm

Wenn man die technischen Daten des Objektivs liest, wird einem beinahe schwindlig. Nicht nur wegen der maximalen Blendenöffnung, sondern auch, weil Sigma viele nützliche Technologien im Objektiv verbaut hat. Diese lesen sich etwas kryptisch und tönen dann in etwa so: HLA (High-response Linear Actuator), OS (Optische Stabilisator) mit OS2- Algorithmus, Innenfokussierung, NPC (Nano Porous Coating), wasser- und ölabweisende Beschichtung (Frontlinse), OS-Schalter, Fokussierbereichsbegrenzer und und und … Wir können davon ausgehen, dass ein Objektiv von Sigma in dieser Preisklasse alles mit an Bord hat, was technisch möglich ist. Und dann zählt nur der Praxiseinsatz.

Nach den zehn Testtagen muss ich feststellen: Meine Frau Ursula als auch ich haben uns ein wenig in dieses Objektiv verguckt. Die optische Leistung ist hervorragend, der Autofokus ist schnell und präzise. Das Bokeh ist sehr schön, und das Handling ist besser als erwartet. Die Kombination von Brennweite und Lichtstärke ist konkurrenzlos:  Nebst dem 2.0/200 von Sigma finde ich für den L-Mount nur noch eine zweite 200mm Festbrennweite, allerdings ein voll manuelles Objektiv ohne Autofokus mit 4.0 als maximale Blendenöffnung von einem Hersteller namens Zhongyi Optics., auch für L- und E-Mount erhältlich. Will heissen: Das Objektiv ist einzigartig. Kleiner Wermutstropfen für die Sony-Fotografen: Sony erlaubt eine maximale Bildrate von 15 Bildern pro Sekunde. Ich kann nur vermuten, dass diese Einschränkung gemacht wird, um die Attraktivität dieses exzellenten Objektivs einzuschränken. Doch Hand aufs Herz: Wie oft fotografierst Du mit einer schnelleren Bildrate als 15 fps? Wahrscheinlich ziemlich selten. Zudem haben L-Mount Fotografinnen und Fotografen den Vorteil, dass es einen Telekonverter für das Sigma 200mm F2 DG OS | Sports gibt.

Nachtrag: Unterdessen hat Laowa ein 2.0/200 mm angekündigt, das gemäss Gerüchteküche zunächst mal für Canon EF, Sony E und Nikon Z verfügbar sein wird. Weitere Versionen seien in Planung. Vielleicht kommt da also noch was. Fujifilm hat ebenfalls ein 2.0/200mm im Angebot – allerding für ihren APS-C-Sensor, was dann bei einem Vollformatsensor einem 320mm Objektiv entspräche.


Teil 2 folgt

Im zweiten Teil des Berichts werde ich erzählen, wie sich das 4.0/300-600mm in der Praxis schlägt und teilweise auch den Brennweitenunterschied zum 200er zeigen. Der Schwerpunkt im zweiten Teil wird auf dem 4.0/300–600mm liegen, aber es werden noch weitere Praxisbeispiele mit dem 2.0/200mm folgen.

Kleiner Spoiler: Im zweiten Teil des Testberichts werden wir unter anderem am frühen Morgen mit Kajakern unterwegs sein. Hier eine erste Aufnahme mit der ganz langen Tüte: Leica SL3-S mit Sigma 300-600mm F4 DG OS | Sports auf 331 mm, 1/640 sec, f 4.0, 320 ISO, fotografiert aus einem Beiboot und damit logischerweise ohne Stativ.

Alle Fotos © by Peter und Ursula Schäublin und Chiara Denicolo

 
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Film und Foto Peter Schaeublin Film und Foto Peter Schaeublin

Island hat uns geflasht

Das wilde und ungezähmte Island hat uns mit wunderbaren Einblicken in seine Natur verwöhnt. Hier ein erster, kunterbunter Bilderbogen.

 

Vier Wochen unterwegs mit Sir George, unserem betagten Land Rover, davon drei Wochen in Island – es war eine Reise der besonderen Art. Island hat uns einmal mehr mit seiner unbändigen und einmaligen Natur in den Bann gezogen. Ich habe auch dieses Mal ein fotografisches Thema verfolgt. Es braucht noch etwas Zeit, um diese thematischen Bilder aufzubereiten. Für alle, die aber jetzt schon in einige visuelle Eindrücke unserer Reise eintauchen wollen, gibt es hier in kunterbunter Mischung Fotos mit Impressionen der Natur – und von einem weiteren Flugzeugwrack, das wir entdeckt haben.

Fotografiert haben wir mit dem Leica SL-System, das die Herausforderungen von den teilweise rauen Wettersituationen problemlos weggesteckt hat. Die Drohnenaufnahmen sind mit einer DJI-Mavic 3 Pro entstanden. Alle Bilder sind © by Peter und Ursula Schäublin. Für eine Gesamtansicht des Bildes auf das entsprechende Motiv klicken.


 
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Impressionen vom Pfingst-Fotokurs

Tolle Feedbacks vom Pfingst-Fotokurs. Vielleicht auch mal etwas für Dich?

 

Jedes Mal, wenn ich einen Fotokurs für Einsteigerinnen und Einsteiger halten darf, bin ich fasziniert, wie schnell die Teilnehmenden Fortschritte machen. Personen, die teilweise Begriffe wie «Blende», «Verschlusszeit» und «Brennweite» noch nie vorher bewusst gehört oder sich mit Licht und Bildbearbeitung noch nie auseinandergesetzt haben, beherrschen nach drei Tagen bereits die Grundkenntnisse der bewussten Fotografie. Also nicht einfach wahllos abdrücken, sondern bewusstes Gestalten des Bildes, gezielte Lichtführung und Belichten – auch mal über- oder unterbelichten, Bilder sinnvoll auf dem Computer ablegen und bearbeiten. Für mich jedes Mal ein Erlebnis. Und für die Teilnehmenden ein Aufsteller. Hier ein paar Feedbacks von den Teilnehmenden des Pfings-Fotokurses:

«Mit seiner Leidenschaft für die Fotografie und seiner Liebe zum Bild hat mich Peter in meinem Vorhaben bestärkt, mich intensiv mit den vielfältigen Parametern der Kamera auseinanderzusetzen. Die gemeinsamen Tage waren lehrreich, spannend, fordernd, humorvoll…. – Danke!» (Brigitte)

«Peter ist ein sehr guter Lehrer und Motivator. Er befähigte mich, in dem er mich in die Geheimnisse der Fotografie eintauchen liess. Seine Begeisterung für das Bild, in welcher Form auch immer, ist ansteckend.» (Elisabeth)

«Der dreitägige Fotokurs bei Peter Schäublin war für mich eine beeindruckende Erfahrung. Ich hatte zuvor noch nie eine Kamera in der Hand, aber Peter hat es mit viel Geduld und Fachwissen geschafft, mir nicht nur die technischen Grundlagen beizubringen, sondern auch die Freude an der Fotografie zu wecken. Ich kam als Anfängerin – und ging mit einem völlig neuen Blick auf die Welt. Danke, Peter, für diese inspirierende Reise der Fotografie!» (Sejla)

Kleine Gruppen sind der Garant für individuelle Betreuung.


Praxis und Theorie gehen Hand in Hand

Damit die vermittelten Inhalte nicht einfach nur in der grauen Theorie erarbeitet werden, probieren wir das Erlernte gleich in der Praxis aus. Der nachfolgende Bilderblock zeigt Fotos, die die Teilnehmenden während des Kurses realisiert haben. Stichworte dazu:

  • Arbeiten mit kleinen Schärferäumen

  • Effektvolles Belichten mit Bewegungsunschärfen

  • Unterschiedliche Aufnahmewinkel

  • Kreative Bildausschnitte

  • Gezieltes Unter- oder Überbelichten

  • Erarbeiten von Varianten mit Adobe Lightroom

© der Bilder by Karin, Daniel, Elisabeth, Liliane, Brigitte, Sandra und Sejla


Möchtest Du das Fotografieren auch entdecken ?

Ich führe regelmässig Fotokurse und Individualtrainings in Schaffhausen oder – für Individualtrainings – am Ort Deiner Wahl durch. Informationen dazu findest Du im Kapitel «Training».


 
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Mit Sophia in der Masoalahalle

Fotografieren zusammen mit Ursulas Nichte in der Masoalahalle

 

Es gibt Tage, da passt einfach alles. So geschehen, als Ursulas Nichte Sophia und ich gestern auf Fotopirsch in der Masoalahalle waren. Die Geckos und die Lemuren waren so aktiv, wie ich sie noch nie erlebt habe. Gut, dass wir genügend Kameraequipment eingepackt hatten. Ohne grosse Vorkenntnisse zu haben, hat Sophia mit der Leica SL3 fotografiert – und tolle Bilder realisiert. Besonders ist mir ihr Gespür für Formen und Strukturen aufgefallen. Nach drei grossartigen Stunden in der Masoalahalle habe ich sie gefragt, ob sie denn auch mit dem Mobilephone fotografiert habe. Ihre Antwort: “Ich habe das Mobiltelefon einmal in die Hand genommen, aber gleich gesehen, dass die Bilder mit der «richtigen» Kamera um Welten besser werden. Deshalb habe ich kein einziges Bild mit dem Mobiltelefon gemacht.". Also: Die junge Generation ist durchaus für Kameras mit Wechselobjektiven zu begeistern ;-).

Da Sophia gleich nach der Zeit in der Masoalahalle nach Hause gehen musste, habe ich mir erlaubt, ihre zwölf Top-Bilder auszulesen:


Sophias Best-of-Auswahl

(Für eine Gesamtansicht des Bildes auf das entsprechende Motiv klicken)


Meine Best-of-Auswahl

(Für eine Gesamtansicht des Bildes auf das entsprechende Motiv klicken)

Möchtest Du das Fotografieren auch entdecken oder Deine Skills verbessern?

Ich führe regelmässig Fotokurse und Individualtrainings durch. Informationen dazu findest Du im Kapitel «Training».


Ein grosses Dankeschön an den Zoo Zürich und seine Mitarbeitenden

Die Masoalahalle ist grossartig. Man kann in den tropischen Regenwald von Madagaskar eintauchen. Toll, dass man fotografieren darf und toll, dass immer freiwillige Helfer unterwegs sind, die auf bestimmte Tiere oder Pflanzen aufmerksam machen, Zusammenhänge erklären und mit viel Freundlichkeit Informationen und Tipps weitergeben.


 
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Film und Foto Peter Schaeublin Film und Foto Peter Schaeublin

50 aus 8000

Zurück aus Nepal mit vielen Eindrücken. Meine 50 Favoritenbilder.

 

Im April war ich als Teil eines Dreier-Foto- und Filmteams in Ladakh und Nepal unterwegs, um die Arbeit von Himalayan Life zu dokumentieren. Es war eine intensive Zeit mit vielen Begegnungen. Zu dritt haben wir rund 20’000 Bilder und Videoclips realisiert. Wie bei einem gigantischen Puzzle gilt es nun, die besten Bilder auszuwählen und aus den Clips einen Film zusammenzustellen. Für mich habe ich mal aus den von mir rund 8000 realisierten Fotos meine 50 Favoritenbilder ausgewählt. Gar nicht einfach und – ich gebe es zu – sehr subjektiv.



 
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Text Artikel Peter Schaeublin Text Artikel Peter Schaeublin

Die Nerds hinter dem roten Punkt

Ein Blick hinter die Kulissen im Leica-Headquarter in Wetzlar


 

Artikel in Kooperation mit fotointern.ch


 

Ein wenig Geschichte

Alles im Leica Headquarter in Wetzlar atmet die Geschichte der Fotografie: Fotojournalistinnen und -journalisten haben mit Produkten der Marke mit dem roten Punkt entscheidende Momente in der Geschichte festgehalten. Und dieses Jahr feiert Leica ihr 100-jähriges Bestehen. Die Geschichte begann allerdings schon vor 1925: Im Jahr 1914 entwickelte Oskar Barnack, damaliger Leiter der Filmkameraentwicklung bei Leitz, eine «Miniaturkamera». Wegen seines Asthmas konnte der passionierte Naturfotograf die schweren Platten- und Grossformatkameras nicht herumtragen. Und so tüftelte er an einer leichten, kompakten Kamera, die er mit den perforierten Kinofilmen mit 24 mm Bildbreite bestücken konnte. Er drehte den Film um 90 Grad, um so das bis heute bekannte Kleinbildformat von 36 x 24 mm zu erzielen. Um das viel kleinere Filmformat im Vergleich zu den Grossformatkameras zu kompensieren, investierte er in die Qualität der Objektive. Bis heute ist die Qualität der Leica-Objektive legendär.

Nachdem Oskar Barnack 1914 die Ur-Leica konstruiert hatte, wurde 1925 die «Leica 1» vorgestellt (Pressefotos Leica)

Ups und Downs

Es folgten viele interne Diskussionen, ob man es wagen sollte, diese Kamera in Serie zu produzieren und auf den Markt zu bringen. Das ganze Hin und Her wurde dann in einer Sitzung im Juni 1924 mit dem legendären Satz von Ernst Leitz II beendet: «Ich entscheide hiermit: Es wird riskiert.» Und dann, exakt vor 100 Jahren – 1925 – wurde die erste Leica auf dem Markt eingeführt. Sie revolutionierte die Fotografie. Auf einen Schlag war Leica (das Wort ist eine Kombination von Leitz und Camera) im Kamerabereich Technologie- und Marktführer. Doch es dauerte nicht lange, bis die japanischen Konkurrenten das Messsucherkamera-Konzept nachbauten. Und 1936 wurde die erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera auf der Leipziger Frühjahrsmesse vorgestellt: die «Kine Exakta» der Firma Ihagee aus Dresden. Damit erhielt das Messsucherkamera-Konzept ernsthafte Konkurrenz, und die verkauften Stückzahlen dieser Kamerakonstruktion nahmen rapide ab. Die Spiegelreflexkamera hatte mit ihrem Aufbau, dank dem man das Bild durch das Objektiv sehen konnte (so eine Art WYSIWYG), diverse Vorteile. Leica tat sich schwer mit dem Einstieg in die Spiegelreflexwelt: Erst 1964 präsentierte die Firma die Leicaflex. Und dann gewährte Leica dem japanischen Kamerahersteller Minolta Zugriff auf das Autofokuspatent, was diesem einen Wettbewerbsvorteil verschaffte. Noch schwieriger wurde es mit dem Start in die Digitalfotografie: Wegen des geringeren Auflagemasses war es viel herausfordernder, die Leica-M-Kameras ins digitale Zeitalter zu bringen, ohne den Aufbau und das ikonische Design zu verändern. 


Kurz vor dem Bankrott

Anfang 2000 war Leica in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, und ohne das beherzte Eingreifen von Dr. Andreas Kaufmann gäbe es das traditionsreiche Unternehmen ziemlich sicher nicht mehr. Er erwarb die Aktienmehrheit und verpasste der Firma eine Rosskur: Innerhalb von wenigen Jahren holte die Firma ihren Technologierückstand auf, und dank geschickten Allianzen, die Dr. Kaufmann schmiedete, kann die Firma auch als Nischenplayer modernste Technologie in ihre Kameras einbauen.

Immer unbestritten war Leica als Objektivhersteller. Ich denke, es ist nicht übertrieben zu sagen, dass Leica einer der besten Objektivhersteller der Welt ist – für viele sogar der beste.


Der Nischenplayer mit dem Marktführer-Image

Ohne dass ich in die internen Abläufe Einblick hatte und habe, gehe ich davon aus, dass Dr. Kaufmann die neue Strategie von Leica massgeblich prägte: Die Firma blühte auf, und der Name Leica entwickelte sich wieder zu einem Synonym für Top-Qualität und herausragende Lösungen. Die Messsucher-Kameralinie – die Leica M – ist imagemässig nach wie vor das Aushängeschild, doch die voll manuell bedienbare Kamera ohne Autofokus ist definitiv nicht jedermanns Sache. Es hätte meines Erachtens die Gefahr bestanden, dass Leica ein marginalisierter Player geblieben wäre, wenn man nur auf die M gesetzt hätte. Doch auch hier handelte Dr. Kaufmann und sein Team visionär: Nebst diversen Kompakt- und Sofortbildmodellen hat Leica im Lauf der letzten Jahre drei weitere Kameralinien lanciert: Die Leica Q – eine kompakte Kamera mit Fixbrennweite, einfachster Bedienung und höchster Bildqualität; die Leica SL – die spiegellose Systemkamera, die höchste Qualität, einfache Bedienbarkeit und Flexibilität für den harten und vielseitigen Fotografenalltag vereint und die Leica S – das Mittelformatsystem, das bezüglich Aufnahmequalität das Flaggschiff von Leica ist. Von den produzierten Stückzahlen her ist Leica ein Nischenplayer, aber der Name und die Produkte haben bei Foto-Enthusiasten den Stellenwert, den normalerweise ein Marktführer hat.

Seit 2015 fotografiere ich mit dem Leica SL-System, und unterdessen ist auch die Leica Q und die Leica S dazugekommen. Über die Jahre ist eine Verbindung zu den Entwicklern von Leica entstanden, und in regelmässigem Austausch versuche ich, nützliche Feedbacks zu ihren Kameras zu geben, die dann in die Entwicklung von neuen Kameramodellen einfliessen können. Ich bin da logischwerweise lediglich eine von vielen Stimmen, aber die Seriosität, mit der Leica das Feedback von mir und anderen engagierten Fotografen aufnimmt, ist Ehre und Verpflichtung zugleich.

Im September durfte ich zusammen mit einer kleinen Gruppe anlässlich eines Meetings einen Blick hinter die Produktionskulissen werfen. Wo normalerweise das Fotografieren verboten ist, durfte ich einige Bilder realisieren, um Dir einen Einblick in die Welt der Leica-Fabrikation zu geben. Realisiert habe ich die Fotos mit der Leica SL3.

Ab hier ist normalerweise das Fotografieren verboten. Doch ich durfte einige Bilder realisieren, um Dir einen Einblick in die Welt der Leica-Fabrikation zu geben.


Beginn der Factory Tour

Alles hier atmet Geschichte. Grossformatige Prints, die das Weltgeschehen dokumentieren, zieren die Wände. Im Vordergrund ein Bild von Steve McCurry, einem meiner Lieblingsfotografen.


Die Nerds

Jede Person, die ich bei Leica getroffen habe und treffe, erfüllt ihre Aufgabe mit grossem Stolz. Über allem steht der Anspruch, ein Produkt mit höchster Qualität zu bauen. Jeder Produktionsschritt wird zwei- oder dreimal kontrolliert. Was nicht zu 100% einwandfrei ist, geht zurück zum Nachjustieren. Es gibt in Wetzlar keine Stichprobenkontrolle, sondern jede Kamera und jedes Objektiv aus der Fertigung wird kontrolliert. Am Schluss setzt die Person, die die Endprüfung durchgeführt hat, ihren Namen darunter und steht damit für ein einwandfreies Produkt.

Für Aussenstehende mag die Akribie in der Produktion und in der Kontrolle beinahe krankhaft wirken, aber nur so ist gewährleistet, dass jedes Produkt, das die Werkhallen in Wetzlar verlässt, den Ansprüchen von Leica gerecht wird. Die Nerds kontrollieren alles doppelt und dreifach und haben dafür meinen grossen Respekt.

Kleine Anekdote am Rand: Kurz vor meinem Besuch bei Leica habe ich eine SL-Fixbrennweite gekauft. Diese Objektive werden unter anderem von Grit Thümmler, die Sie auf Bild 8 sehen, kontrolliert. Wir haben uns etwas länger unterhalten, und ich habe herausgefunden, dass es durchaus sein könnte, dass sie mein Objektiv gecheckt hat, bevor es das Werk verliess. Es war dann eine Kollegin von ihr, aber dass es hier Menschen aus Fleisch und Blut mit einem Namen gibt, die jedes Produkt endkontrollieren, ist zumindest für mich etwas, das der Marke Leica einige Bonuspunkte einbringt ;-).


Foto grafare

Das Wort «Fotografieren» kommt von «Foto grafare», was übersetzt «Malen (oder zeichnen) mit Licht» heisst. Eine wunderbare Beschreibung dessen, was passiert, wenn wir den Auslöser der Kamera drücken. Das Objektiv fängt das Licht ein, bündelt und kanalisiert es für den Film oder den Sensor. Das ist natürlich ein rein physisch-optischer Prozess, aber für mich ist immer etwas Magie dabei, wenn ich mir vorstelle, wie eine grosse Live-Szene auf ein 36 x 24 mm grosses Feld verdichtet wird. Das Objektiv ist eines der wichtigsten Kriterien für die Bildqualität und Bildwirkung. Ausgiebige Tests, die ich zusammen mit meinem Freund Christian Habermeier durchgeführt habe (s. «Test the best»), zeigen, dass das Objektiv einen grösseren Einfluss auf die Bildwirkung hat als beispielsweise der Sensor.

Bei Leica arbeitet man mit über 50 Glassorten, um die bestmöglichen Objektive zu bauen. Die Firma geht dafür an die Grenzen des physisch Machbaren und treibt teilweise einen Aufwand, den man fast als irrwitzig bezeichen kann. So haben wir erfahren, dass es Cine-Objektive von Leica gibt, bei denen das Schleifen einer einzigen Linse – und ein Objektiv hat gut und gerne mal zehn Linsen – auf der CNC-Maschine einen ganzen Tag dauert. Jede Linse wird auf 0,1 Mikrometer, das sind 1/1’000mm (!), genau geschliffen und poliert.  Diese Präzision ist ein grosser Faktor dafür, dass die Leica-Bilder diese hohe plastische Wirkung haben, die Foto-Enthusiasten als «Leica-Look» bezeichnen.

Einige der verwendeten Glassorten sind so empfindlich auf Luft, dass sie nach dem Schleifen schnell oxidieren würden. Deshalb werden die geschliffenen Linsen wenn nötig mit einer Schutzschicht versehen (s. Bild 3), die dann erst kurz vor dem Vergüten entfernt wird. Nach dem Vergütungsprozess kann das Glas nicht mehr oxidieren. Die Vergütung einer Linse dient also in gewissen Fällen nicht nur der Verbesserung der Abbildungsqualität, sondern auch dem Schutz der Linse. Bild 4 zeigt übrigens einen Stapel von Glas, der in der Mitte vergütet und aussen unvergütet ist. Der Unterschied ist frappant.

Die herausragenden Objektivrechnungen, die extreme Fertigungspräzision, die Wertigkeit der verwendeten Werkstoffe sowohl für die Linsen wie auch für die Objektivgehäuse, die Bereitschaft, bis ans Limit des Machbaren zu gehen und die Kontrolle jedes Objektivs sind in der Summe für die extrem hohe Qualität der Leica-Objektive verantwortlich. Wenn man diesen Prozess einmal gesehen und verstanden hat, kann man nachvollziehen, warum diese Objektive ein ziemlich hohes Preisschild tragen.


Individualisierung

Weil Leica eine Manufaktur ist, kann man seine Kamera auf Wunsch individualisieren – beispielsweise mit einer Gravur oder einer eigenen Belederung. Wir wär’s zum Beispiel mit einer Individual-Belederung in der Farbe «Vamp»?


Wie geht es weiter bei Leica?

Nach unserem Testmonat mit der Leica SL3-S im September 2024 haben Christian Habermeier und ich unsere Vorserienkameras persönlich nach Wetzlar zurückgebracht. Zusammen mit Urs Tillmanns, dem Gründer von fotointern.ch, haben wir die Gelegenheit genutzt, um mit einigen Schlüsselpersonen von Leica zu diskutieren, was von der Firma mit dem roten Punkt in Zukunft kommen wird. Natürlich ist es nicht so, dass Leica alle Geheimnisse ausplaudert, aber ein paar zusammenfassende Gedanken aus dem Gespräch seien hier vermerkt:

Generell ist das Zusammenspiel von Hard- und Software etwas, dem Leica grosse Beachtung schenkt. Will heissen: Ein Bild ist noch lange nicht fertig, wenn der Sensor die farbigen Pixel abspeichert. Die Aufbereitung der Bilddaten und das Importieren dieser Daten auf den Rechner haben einen Einfluss auf das Bildfile. Auch ein RAW-Bild ist bereits eine Interpretation des aufgenommenen Fotos. Bei Leica macht man sich sehr viele Gedanken, wie dieser Workflow sich in Zukunft verändern könnte und wie man den bekannten Leica-Look auch im digitalen Zeitalter erzeugen kann. Die Software-Möglichkeiten (Stichwort KI) werden immer ausgefeilter und bieten mehr Kombinationsmöglichkeiten mit der Hardware.

Doch beginnen tut der Prozess immer mit dem Objektiv: Als erstes Glied in der Kette spielt es eine massgebliche Rolle. Leica optimiert permanent die Objektivrechnungen, die verwendeten Materialien, die Autofokus-Technologie, die Exaktheit des Produktionsprozesses usw. Das ist nötig, weil die Objektive mit den immer höheren Sensorauflösungen Schritt halten müssen: Denn was nützt ein 60 Mpx-Sensor, wenn das Objektiv «nur» 40 Mpx auflöst? Zudem werden die Anforderungen an den Autofokus immer höher. Nur mit präziser Scharfeinstellung kann man das hohe Vergrösserungspotenzial der neuen Sensoren wirklich ausschöpfen. Die spiegellosen Systeme geben den Leica-Ingenieuren mehr Spielraum im Objektivdesign: Weil wir mit den elektronischen Suchern nie ein wirklich optisch erzeugtes Bild, sondern immer ein bereits elektronisch aufbereitetes Bild sehen, können gewisse Optikkorrekturen auch rechnerisch vorgenommen werden. Dadurch können beispielsweise Objektive mit gleichen Leistungsmerkmalen kompakter gebaut werden. Die Leica M ist ja ebenfalls ein spiegelloses System, denn eine Messsucherkamera zeigt auch nie direkt ein vom Objektiv erzeugtes Bild.

Zudem wären weitere Funktionalitäten in der Kamera denkbar. Ein Beispiel ist die von Leica im Jahr 2020 eingeführte Perspektivkorrektur, mit der man direkt in der Kamera die stürzenden Linien korrigieren kann. Der Vorteil ist, dass ich gleich vor Ort sehe, wie viel vom Bild ich durch die Perspektivenkorrektur verliere. Ich weiss, dass Leica sich hier zu weiteren sehr spannenden Funktionalitäten intensive Gedanken macht.

Die Entwicklung der vier Linien – Q, M, SL und S – geht permanent weiter

Bei der Q kam vor Kurzem die Version mit dem 43 mm Objektiv auf den Markt, und ich spekuliere, dass irgendwann neue Q-Monochrom-Modelle folgen werden.

Bei der M wurde anfangs 2022 die M11 und ein gutes Jahr später die M11 Monochrom präsentiert. Im Internet gibt es wilde Spekulationen, ob die M12 – wann immer sie auch kommt – allenfalls einen Hybridsucher aufweisen wird. Das würde Sinn machen, weil so die Präzision des manuellen Fokussierens für die High-End-Sensoren erhöht werden könnte. «No comment» hiess es dazu in unserem Meeting.

Bei der SL-Linie hat Leica mit der SL3-S beide SL-Modellstränge auf den neuesten Stand gebracht. Gerade die SL3-S zeigt, dass Leica das oft adressierte Problem der Autofokus-Performance erst nimmt und im Griff hat. Die Weiterentwicklung des Autofokus wird auch in Zukunft hohe Priorität haben – sei das über Firmware-Upgrades oder auch mit leistungsfähigeren Prozessoren und AF-Technologien bei der Lancierung neuer Kameramodelle. Des Weiteren zeigt die SL3-S, dass man in Wetzlar das Thema «Filmen mit der DSLM» hoch einstuft. Hier sind diverse Lösungen im Soft- und Hardwarebereich in der Entwicklung, aber es sei noch etwas früh, darüber zu reden. Ich denke, (auch) in diesem Bereich wird uns Leica in nächster Zeit positiv überraschen. Ob es je eine «reine» Filmkamera im oberen Qualitätssegment von Leica geben wird, ist ein Geheimnis. Sony und Canon bieten entsprechende Kameras an, und auch Fuji hat eine Filmkamera – notabene für das GFX-System – angekündigt. Abwegig wäre es nicht, wenn sich auch Leica in diesem Bereich etablieren würde, aber das ist lediglich meine ganz persönliche Meinung und Spekulation.

Die Leica S3 wird aktuell nicht mehr produziert. Es war produktionstechnisch von Anfang an klar, dass es nur eine limitierte Anzahl S3-Kameras geben wird. Dieses Limit wurde bereits im Lauf des Jahres 2023 erreicht. Es wurde seitens Leica – auch von Dr. Kaufmann selbst – bestätigt, dass man an einem Nachfolgemodell arbeitet. Auch dazu hielten sich die Leica-Verantwortlichen weitestgehend bedeckt. Der Logik folgend behaupte ich jetzt einfach einmal, dass die Kamera den Namen S4 tragen wird, dass es eine spiegellose Kamera mit ungefähr 100 Mpx Auflösung und einem gegenüber der S3 massiv verbesserten Autofokus sein wird. Wünschenswert wäre zudem eine hohe Kompatibilität mit den M- und SL-Objektivlinien. Die Aufgabe für die Entwickler der nächsten S-Kamera ist nicht einfach, denn bezüglich Bildqualität hat die S3 die Latte sehr hochgelegt. Aber auch hier traue ich der Marke mit dem roten Punkt zu, dass sie das beinahe Unmögliche möglich macht – immer und bei allen Kameralinien mit dem Ziel vor Augen, uns auch in Zukunft tolle Instrumente zu liefern, mit denen wir das Licht des Weltgeschehens oder auch ganz des ganz Banalen, nur für uns Wichtigen, perfekt auf den Sensor zeichnen können.

Man liest manchmal, die Bilder, die mit einer Leica gemacht werden, ja sogar die Kameras selbst, hätten eine Seele. Der Blick hinter die Kulissen zeigt, dass auf jeden Fall so viel Herzblut in jede Kamera und jedes Objektiv fliesst, dass es durchaus so sein könnte ...

Familienfoto, das auch die Grössenverhältnisse zeigt (v.l.n.r.): Leica Q3, Leica M11, Leica SL3-S, Leica S3 (Pressefotos Leica)


Dieser Artikel erschien in einer gekürzten Fassung mit einem leicht angepassten Text auch auf fotointern.ch.


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